Sonntag, 19. Februar 2017, 22:32 Uhr

Benicio del Toro wird 50: "Das Böse sucht mich"

Als Gegenspieler von James Bond begann die Karriere von Benicio Del Toro, der danach allerdings eine Durstsstrecke durchmachte, bis er Mitte der 90er Jahre – vor allem als Bösewicht – durchstartete. Heute w9rd der knapp 1,90m große Hüne 50.

Benicio del Toro wird 50: "Das Böse sucht mich"
Foto: Brian To/WENN.com

Um Teil acht der Star-Wars-Saga „The Last Jedi“, der im Dezember in die Kinos kommen soll, wird ein großes Geheimnis gemacht. Zum Rätselraten gehört auch: Welche Rolle wird Benicio Del Toro spielen? Wird er einen Bösewicht verkörpern, wie allgemein angenommen wird? Nun, das würde passen, denn den Schauspieler, der heute 50 Jahre alt wird, umgibt in vielen seiner Filme nicht selten eine Aura finsterer Bedrohung. Auf die Rolle des Schurken aber ist er nicht unbedingt fixiert: „Ich suche diese Rollen ganz und gar nicht. Es ist eher umgekehrt. Das Böse sucht mich“, sagte er im Interview mit Schweizer Zeitung „Blick“.

Als Kind schon war Del Toro ein großer „Star Wars“-Fan. Dieser Film habe ihn geprägt, meinte der Schauspieler, der in einem Werbeclip für eine Biermarke einen triftigen Grund verriet, warum er die Rolle angenommen hat: „Es ist eine große Gelegenheit für mich, ihn mit meiner Tochter zu genießen“, sagte er.

Als Bösewicht hat Benicio Del Toro auch seine Laufbahn begonnen. In einer Nebenrolle war er in dem James-Bond-Film „Lizenz zum Töten“ (1989) als 007-Gegenspieler zu sehen. Damals hätte ihm alle eine große Karriere prophezeit, erinnerte sich Del Toro einmal in einem Interview mit der Deutschen-Presse-Agentur. Das habe er geglaubt – tatsächlich aber lange keine guten Jobs mehr bekommen. „Es macht mir Angst, was Hollywood dir so alles einreden kann – obwohl es gar nicht stimmt“, sagte der Schauspieler aus Puerto Rico.

Nach einer Durststrecke gelang Benicio Del Toro schließlich doch noch der Durchbruch. Richtig los ging es für ihn 1995 mit einer Nebenrolle in „Die üblichen Verdächtigen“, 1998 stand er in dem durchgeknallten Drogenfilm „Fear and Loathing in Las Vegas“ vor der Kamera. Für „Traffic – Die Macht des Kartells“ (2000) bekam er schließlich einen Oscar. Um Drogen ging es auch in „Escobar – Paradise Lost“ (2014) und „Sicario“ (2015).

Darüber hinaus feierte Benicio Del Toro aber auch Erfolge als Revolutionär Che Guevara, war im Kososvo unterwegs („Die Stunde des Jägers“) oder als Mitarbeiter einer internationalen Hilfsorganisation im Einsatz („A Perfect Day“). Aber die Gefahr schwingt in den Filmen des Schauspielers immer mit, der sich gut zwischen Mainstream und Arthouse-Filmen positioniert hat.

Benicio Del Toro aber war in seiner Jugend nicht nur von „Star Wars“ beeindruckt, er sei auch immer ein großer Fan von Horrorfilmen gewesen, erinnerte er sich im dpa-Interview. Mit zehn Jahren habe er Bela Lugosi als „Dracula“ (1931) gesehen und vor lauter Schrecken das Zimmer verlassen müssen. „Das war schrecklich, aber großartig schrecklich“, sagte er.

In dem Horrorfilm „Wolfman“ (2010), in dem Del Toro einen britischen Landadligen spielt, der sich in einen Werwolf verwandelt, kehrte er schließlich in seine Kindheit wieder zurück. (Wolfgang Marx, dpa)