Montag, 20. Februar 2017, 16:10 Uhr

Emilio Sakraya: Der Mädchenschwarm aus "Bibi und Tina" im Interview

Das Tohuwabohu ist perfekt: Bibi und Tina begegnen einem ruppigen Ausreißer, der sich als Mädchen entpuppt und von seiner Familie verfolgt wird. Das Familienoberhaupt ist weltfremd, engstirnig und stur, den kann man nicht überzeugen und selbst Bibi kommt mit Hexerei nicht weiter.

Emilio Sakraya: Der Mädchenschwarm aus "Bibi und Tina" im Interview
Emilio mit Co-Star Louis Held bei der Premiere am Sonntag. Foto: AEDT/WENN.com

Außerdem ist Schloss Falkenstein “under contruction“ und der Graf völlig überfordert, während Alex ein Musik-Festival auf Falkenstein plant und sich seinem Vater widersetzt. Und als wäre das nicht genug, wird Tina schließlich auch noch entführt. Bei all dem Chaos wird am Ende eines ganz klar: Wirkliche Veränderungen entstehen durch gemeinsame Aktionen und Anstrengungen, nicht durch Hexerei. Das alles gibt’s in der dritten Fortsetzung der Kinoerfolgsreihe ‚Bibi & Tina‚. klatsch-tratsch.de hat Darsteller Emilio Sakraya getroffen und mit ihm über seine Rolle geplaudert.

Was magst du an deiner Rolle Tarek Schmüll am meisten?
Ich mag, dass er ein Familienmensch ist. Und an dem ganzen Film mag ich, dass es ein Kinderfilm ist. Ich glaube, es ist viel schwerer Kinder zu beeindrucken als Erwachsene. Ich merke, wie die Kinder die Filme mögen und die Songs lieben. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass man Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.

Und darfst du uns schon etwas über den neuen „Bibi und Tina“ verraten?
Ja, ein bisschen. Es geht um Liebe, es geht aber auch um ein junges Mädchen, die zwangsverheiratet werden soll, es geht ein bisschen um Flüchtlingspolitik und es geht um totales Tohuwabohu, weil ganz viele Menschen aufeinandertreffen und im Schloss zusammen feiern.

Welches Abenteuer erlebt Tarek?
Tarek besucht Bibi und wird auf einmal in eine Geschichte hineingezogen, in der ein junges Mädchen von ihrem Onkel zwangsverheiratet werden soll. Die Freunde reisen dann alle zusammen nach Rumänien um das Mädchen zu retten. Es ist ein sehr ernstes Thema, aber es funktioniert. Am Ende können sie den Onkel im Tausch gegen 300 Schafe dazu überreden, dass Mädchen in Ruhe zu lassen. Und mit so einer Note Humor wird das Ernste der Thematik wieder gebrochen und funktioniert am Ende sogar schön mit den Liedern, die wir singen.

Emilio Sakraya: Der Mädchenschwarm aus "Bibi und Tina" im Interview
Foto: Andreas Schlieter/DCM

Zwangsheirat und Flüchtlingspolitik bei „Bibi und Tina“?
Ja, Detlev Buck (Regisseur) kann es einfach unglaublich gut, klare Statements zu setzen ohne damit jemanden anzugreifen. Er schafft es sogar eher ein Lächeln in das Gesicht der Menschen zu zaubern.

Du hast in den letzten Jahren viel mit Pferden gearbeitet, nicht wahr?
Ja, ich liebe es mit Pferden zu arbeiten. Ich habe ja sowohl für „Winnetou“ als auch für „Bibi und Tina“ Reitunterricht bekommen. Irgendwann war ich dann so auf dem Pferdetrip, dass ich mir sogar ein eigenes Pferd kaufen wollte. Das war eine dumme Idee, die ich dann zum Glück wieder verworfen habe, weil mir einfach die Zeit dazu fehlt.

Emilio Sakraya: Der Mädchenschwarm aus "Bibi und Tina" im Interview
Foto: Andreas Schlieter/DCM

Bist du bei den Dreharbeiten mal vom Pferd gefallen?
Ja! Ich bin einmal bei „Winnetou“ ganz dumm vom Pferd gefallen. Das war eine Szene, in der wir uns befreien und dann auf unseren Pferden flüchten. Es war so, dass erst Wotan (Old Shatterhand), dann Nik (Winnetou) und dann ich auf dem Pferd weggaloppieren. Und wir hatten ja keine Sattel und saßen auf dem nackten Pferd. Und auf einmal merke ich, wie ich während des Galoppierens nach rechts rutsche. Ich habe versucht mich an dem Hals des Pferdes festzuhalten und hing da so. Das Pferd rannte zu allem Überfluss auch noch direkt auf einen Baum zu und ich dachte nur: „Loslassen oder Baum?“ Ich hab mich dann für Loslassen entschieden.

Und das ist noch nicht mal das Ende der Story! Wir mussten die Szene natürlich noch mal drehen. Es ist bei Pferden ganz wichtig, dass man sofort wieder aufsteigt. Das sind sehr sensible Tiere, wenn du nicht gleich wieder im Sattel bist, lassen die dich nicht mehr rauf. Ich musste also wieder aufs Pferd und alles ging glatt. Dann bin ich aber zu nah an Wotans Pferd gekommen und sein Pferd hat im Galopp nach hinten ausgetreten und mir voll gegen das Schienbein. Danach lag ich erst mal eine Woche flach. Das war sehr schmerzhaft.

Emilio Sakraya: Der Mädchenschwarm aus "Bibi und Tina" im Interview
Foto: Andreas Schlieter/DCM

Wie intensiv war eigentlich die körperliche Vorbereitung auf Deine Rolle in „Winnetou“, da hast du ja ordentlich Muskeln gezeigt.
Wir haben sehr viel trainiert und strenge Diät gehalten. Konkret heißt das, dass wir keine Kohlenhydrate gegessen haben. Zum Frühstück gab es fünf Rühreier mit Tomaten und zum Mittagessen dann nur Fleisch ohne Beilage. Und das Ganze für circa sechs Monate. Die Laune hat am Anfang natürlich etwas gelitten und am Ende hat es sich ja gelohnt.

Und siehst du jetzt noch die Effekte von Diät und Training, oder ist alles wieder drauf?
Ja, zum Teil schon. Aber ich hab nach dem Dreh auch lange keinen Sport gemacht, weil ich einfach nicht mehr konnte. Das ganze Projekt war so anstrengend und danach war ich erst mal einen Monat platt. Wir haben insgesamt sechs Monate lang gedreht. Klar sind da auch viele freie Tage dazwischen, aber man ist ja trotzdem die ganze Zeit mit dem Kopf dabei. Und ich hab zum ersten Mal im Ausland gedreht. Wir waren zwei Monate in Kroatien.

Das war sicher eine intensive Zeit. Hast du bei „Winnetou“ am Set auch richtige Freunde gewonnen?
Ja, sehr. Nik, der den Winnetou spielt, ist ein sehr guter Freund geworden. Er ist für mich inzwischen wie ein großer Bruder. Als er nach Berlin gezogen ist, hat er auch bei mir gewohnt, bis er seine, eigene Wohnung gefunden hat. Da ist ein sehr dickes Band entstanden.