Montag, 20. Februar 2017, 20:29 Uhr

Vier Zuschauer klappten bei "Körper und Seele" zusammen

Der ungarische Film „On Body and Soul“ lief gerade auf der Berlinale und gewann sogar einen „Goldenen Bären“ als bester Film. Anscheinend zu Recht, denn die Reaktionen im Publikum während der gestrigen Filmvorführung im Berliner Friedrichstadt-Palast waren auf jeden Fall etwas krass. Gleich vier Zuschauer fielen bei einer Szene in Ohnmacht.

Vier Zuschauer klappten bei "Körper und Seele" zusammen
Regisseurin Ildikó Enyedi. Foto: HUN 2017

Dieser Film muss ein ganz schöner Schocker sein: Dabei ist „Körper und Seele“ (Teströl és lélekröl) kein Horrorsteifen, sondern eigentlich eine tragische Liebesgeschichte ohne Splatter-Effekte oder blutrünstig gewordener Ex-Partner. Der ungarische Movie erzählt von zwei Kollegen, die zusammen in einem Schachtbetrieb arbeiten. Am Anfangen kennen sie sich kaum, aber träumen nachts den gemeinsamen Traum, als Hirsch und Hirschkuh im Wald auf Futtersuche zu sein. Ihr Traumliebe wird bald echt, aber bis es dazu kommt, zeigt die Regisseurin Ildikó Enyedi in voller Härte die Verzweiflung und Traurigkeit der beiden Liebenden.

Es gibt eine Szene, in der die Hauptfigur Maria versucht, sich das Leben zu nehmen. In der Badewanne schneidet sie sich mit einer Glasscherbe die Pulsadern auf. Diese Bilder müssen wohl so brutal und heftig gewesen, dass vier (!) Besucher im Zuschauersaal des gigantischen Show-Theaters das Bewusstsein verloren.

„Musikexpress“ berichet, dass die Vorführung am Sonntagmittag unterbrochen werden musste und ein Notarzt wurde gerufen. Allen “Umgekippten“ ging es kurz danach schon wieder besser und es waren wohl wirklich einfach nur der Schock, der sie ausgeknockt hat. Nach 20 Minuten Unterbrechung konnte auch das Ende der Romanze gezeigt werden.

Wann „On Body and Soul“ in die deutschen Kinos kommt, bzw. ob überhaupt steht noch nicht fest. Nach dieser unfreiwilligen PR sind die Chancen aber sicher gestiegen. Ähnlich war es bei dem Horrorfilm „Raw“. Als der Kannibalismus-Streifen seine Weltpremiere auf dem Filmfestival in Toronto hatte, mussten Menschen bewusstlos aus dem Zuschauerraum getragen werden. Danach war „Raw“ natürlich in aller Munde und jetzt ein paar Monate später läuft der französische Film unter anderem in den USA im Kino. (LK)

Vier Zuschauer klappten bei "Körper und Seele" zusammen
Foto: HUN 2017