Mittwoch, 22. Februar 2017, 21:20 Uhr

Wie werden eigentlich die Oscar-Preisträger gewählt?

Nur Brian Cullinan und Martha Ruiz kennen die Oscar-Preisträger vor allen anderen. Die beiden zählen die Stimmzettel der Akademie-Mitglieder aus.

Wie werden eigentlich die Oscar-Preisträger gewählt?
Foto: Robert Gladden / ©A.M.P.A.S.

Jeweils am Dienstag vor der Vergabe der Oscars müssen die Stimmzettel eingegangen sein. Die mehr als 6600 Mitglieder der Akademie können in der Endrunde in allen 24 Kategorien von Schnitt bis bester Film abstimmen. Die meisten Nominierungen waren zuvor von den Branchen gewählt worden. Es gibt 17 Berufszweige, darunter stellen die Schauspieler und die Produzenten die größten Gruppen.

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Foto: Robert Gladden / ©A.M.P.A.S.

Man kann sich keine Mitgliedschaft erkaufen, man wird berufen. Der Weg in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences führt über eine Oscar-Nominierung, über Empfehlungen oder besondere Verdienste um den Film. 2016 wurden 683 Einladungen an neue Mitglieder verschickt, mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Auf der Liste standen 283 internationale Filmschaffende, darunter die deutsche Regisseurin Maren Ade, die in diesem Jahr mit „Toni Erdmann“ für den Auslands-Oscar nominiert ist.

Wie werden eigentlich die Oscar-Preisträger gewählt?
Foto: Robert Gladden / ©A.M.P.A.S.

41 Prozent der Angeschriebenen waren Schwarze, Latinos und Asiaten, der Frauenanteil lag bei 46 Prozent. Damit hatte der Filmverband auf Kritik reagiert, dass es dem Gremium an Vielfalt mangele. Lange gaben überwiegend ältere, männliche Mitgliedern weißer Hautfarbe den Ton an, Frauen und Minderheiten waren deutlich in der Unterzahl.

Mit den Neuzugängen von 2016 sind nun 11 Prozent aller Mitglieder Afroamerikaner, Asiaten oder Latinos, drei Prozentpunkte mehr als zuvor. Frauen machen jetzt 27 Prozent des Filmverbandes aus, zuvor waren es 25 Prozent. Bis zum Jahr 2020 will die Akademie die Zahl von Frauen und Minderheiten verdoppeln.

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Fozo: Robert Gladden / ©A.M.P.A.S.

Die Oscar-Juroren müssen ihre Stimmzettel mit der Post oder online einreichen. Nach alter Tradition zählt die Prüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers die Stimmen aus. Am Ende kennen nur zwei Mitarbeiter vorab den Ausgang der Wahl. Die streng gehüteten Ergebnisse in 24 Kategorien werden in versiegelten Umschlägen direkt zur Preis-Gala gebracht. (dpa)