Samstag, 25. Februar 2017, 10:48 Uhr

Tatort "Babbeldasch": Nur der Täter wußte Bescheid

Nur der Darsteller des Täters wusste bei den Dreharbeiten, wer es ist – Im neusten „Tatort“ am Sonntagabend ist auch die 95-jährige Oma von Regisseur Axel Ranisch dabei, die mit 89 ihr Filmdebüt gab.

Tatort "Babbeldasch": Nur der Täter wußte Bescheid
Mit Improvisation, Herzblut und Humor auf Tätersuche – Axel Ranisch inszeniert den „Tatort – Babbeldasch“ in Ludwigshafen. Foto: SWR/Martin Furch,

Ranisch, Shootingstar der Szene, dessen erster „Tatort“ am Sonntag im Ersten zu sehen ist, hat bei den Dreharbeiten zur Ludwigshafener Folge „Babbeldasch“ weder Hauptdarstellerin Ulrike Folkerts alias Lena Odenthal noch den anderen Ermittlern gesagt, wer der Mörder ist: „Da wir – wie ich es immer mache – chronologisch gedreht haben, habe ich den Darstellern der Kommissare vorenthalten, wer der Mörder ist. Nur der Mörder wusste, dass er es ist,“ sagte der 33-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ von heute.

Tatort "Babbeldasch": Nur der Täter wußte Bescheid
Axel Ranisch hat gerade seinen zweiten Lena-Odenthal-Tatort „Waldlust“ abgedreht. In der Mitte seine Oma. Foto: SWR/Martin Furch,

Im Prinzip habe er damit nur einem Wunsch der Hauptdarstellerin entsprochen, sagte Ranisch: „Ulrike hatte sich mehrfach öffentlich Experimente und frischen Wind gewünscht, das hat sie nun gekriegt. Das heißt, sie musste bei allen Bedenken erst mal gute Miene zum bösen Spiel machen. Nichtsdestotrotz habe ich wahrgenommen, dass es eine gewisse Skepsis gab.“

Gerade erst hat Ranisch seinen zweiten Ludwigshafener Tatort abgedreht und darin auch seiner 95-jährigen Großmutter eine Rolle gegeben: „Im Film heißt sie Lieslotte Viardot und ist eine ehemalige Schauspielerin, die in den 50er- und 60er-Jahren große Erfolge gefeiert hat mit Tanzfilmen, die im Schwarzwald spielten. Jetzt bewohnt sie als 95-jährige Diva dieses etwas morbide Hotel, in dem wir gedreht haben.“

Die erste Rolle hatte Ranisch seiner Oma in seinem Film „Dicke Mädchen“ gegeben – als sie 89 war: „Ich hab mir immer gewünscht, dass sie mal den Preis für die beste Nachwuchsschauspielerin kriegt, aber den Humor hat bisher leider niemand gehabt.“

Ein großes Exklusiv-Interview mit Ranisch über den ersten Improvisations-Tatort gibt es morgen hier auf diesen Seiten.