Montag, 27. Februar 2017, 7:41 Uhr

Oscars 2017: Alles über Gewinner, Verlierer und eine Riesenpanne

Das Musical „La La Land“ gewinnt sechs Oscars. Die Deutschen gehen leer aus. Politische Spitzen gegen Präsident Donald Trump gibt es auch. Und eine Riesenpanne bei den Oscars: Die Schauspieler Warren Beatty und Faye Dunaway haben den falschen Gewinner vorgelesen und damit für enorme Verwirrung gesorgt.

Oscars 2017: Alles über Gewinner, Verlierer und eine Riesenpanne
Foto: Image Group/A.M.P.A.S.

Zuerst verkündeten sie, das Musical „La La Land“ habe in der Hauptkategorie als bester Film gesiegt – das war aber falsch. Wenig später stand dann fest: Das Drama „Moonlight“ des schwarzen Regisseurs Barry Jenkins hat den wichtigsten Oscar des Abends gewonnen.

„Moonlight“ erzählt auf sehr berührende Weise vom Heranwachsen eines jungen Schwarzen. Für das Drama gab es insgesamt drei Oscars, darunter auch für Mahershala Ali als bester Nebendarsteller.

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Faye Dunawaye und Warren Beatty. Foto: Aaron Poole/A.M.P.A.S.

Noch mehr Auszeichnungen gingen an „La La Land“. Das nostalgische Werk von Regisseur Damien Chazelle gewann sechs Oscars, darunter in den Kategorien für Regie, Filmmusik und Kamera. Seine Hauptdarstellerin Emma Stone wurde ebenfalls ausgezeichnet. Mit 14 Nominierungen war „La La Land“ als großer Favorit ins Rennen gegangen. Chazelle ist mit 32 Jahren der jüngste Regisseur, der je mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

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Viola Davis. Foto: Aaron Poole/A.M.P.A.S.

Die deutschen Hoffnungen hingegen wurden enttäuscht: Maren Ade ging mit ihrer Tragikomödie „Toni Erdmann“ leer aus. Der Auslands-Oscar ging stattdessen an den iranischen Beitrag „The Salesman“ von Asghar Farhadi. Auch für den deutschen Dokumentarfilmer Marcel Mettelsiefen und den Komponisten Hauschka gab es keine Oscars.

Als bester Darsteller wurde Casey Affleck für das Drama „Manchester by the Sea“ ausgezeichnet. Darin spielt er einen traumatisierten Mann, der nach dem Tod seines Bruders in seine Heimatstadt zurückkehrt.

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Ryan Gosling und emma Stone. Foto: Todd Wawrycuk/ A.M.P.A.S.

In den Schauspielerkategorien wurden als beste Nebendarsteller zwei Schwarze ausgezeichnet: Mahershala Ali gewann für seine Leistung in dem Drama „Moonlight“. Darin spielt der 43-jährige US-Amerikaner einen Drogenhändler und Ersatzvater für einen jungen schwarzen Heranwachsenden. Bei den Frauen wurde Viola Davis ausgezeichnet. Die 51-Jährige gewann für ihre Leistung in dem Drama „Fences“ von Regisseur Denzel Washington, der auch in dem Film selbst die Hauptrolle spielt. Das Drama „Fences“ erzählt von einem afroamerikanischen Paar in den USA der 1950er Jahre.

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Casey Affleck. Foto: Aaron Poole/A.M.P.A.S.

Politische Proteste wie die Rede von Meryl Streep bei den Golden Globes gab es bei diesen Oscars zwar nicht – dafür aber immer wieder Spitzen gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump. Viele davon gingen auf das Konto des Moderators Jimmy Kimmel: „Ich möchte mich bei Präsident Trump bedanken. Erinnert ihr euch noch an letztes Jahr, als jeder gesagt hat, dass die Oscars rassistisch seien?“, sagte Kimmel mit Blick darauf, dass es im vergangenen Jahr viel Kritik an fehlenden schwarzen Nominierten gab.

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Jimmy Kimmel. Fioto: Mark Suban/ A.M.P.A.S.

Der iranische Oscar-Gewinner Farhadi war aus Protest gegen Trumps Einwanderungspolitik nicht zur Gala gereist. Stattdessen ließ er eine Stellungnahme verlesen. Darin hieß es: „Wer die Welt in Kategorien von ‚Wir‘ und ‚unsere Feinde‘ einteilt, schafft Angst. (…) Filmemacher erzeugen Empathie zwischen uns und anderen. Und Empathie ist das, was wir heute mehr brauchen denn je.“ (Aliki Nassoufis und Patrick T. Neumann, dpa)

Die wichtigsten Gewinner der Academy Awards 2017:

Bester Film: Moonlight

Bester Hauptdarsteller: Casey Affleck – Manchester by the Sea

Beste Hauptdarstellerin: Emma Stone – La La Land

Bester Nebendarsteller: Mahershala Ali – Moonlight

Beste Nebendarstellerin: Viola Davis – Fences

Bester Animationsfilm: Zoomania

Beste Kamera: La La Land

Bestes Kostüm: Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Beste Regie: Damien Chazelle – La La Land

Bester Dokumentarfilm: O.J.: Made in America

Beste Kurz-Dokumentation: The White Helmets

Bester Schnitt: Hacksaw Ridge

Bester fremdsprachiger Film: The Salesman (Iran)

Beste Maske: Suicide Squad

Beste Original-Filmmusik: La La Land

Bestes Original-Drehbuch: Manchester by the Sea

Bestesadaptiertes Drehbuch: Moonlight

Visuelle Effekte: The Jungle Book

Bester Kurzfilm – Live Action: Sing

Bester Kurzfilm – Animiert: Piper

Bestes Szenenbild: La La Land

Bester Original-Song: Audition (The Fools Who Dream) – La La Land (Justin Hurwitz)