Sonntag, 05. März 2017, 10:43 Uhr

Goldene Kamera: Was hinter dem falschen Ryan Gosling steckt

Für verwundertes Kopfschütteln sorgte bei der Goldenen Kamera gestern Abend ein Streich des Teams von „Circus Halligalli“. Nur hatte den gestern noch keiner verstanden. In einer vorher nicht angekündigten Kategorie wurde als „Bester Film International“ „La La Land“ verlesen, der sechs Oscars gewann.

Goldene Kamera: Was hinter dem falschen Ryan Gosling steckt
Das „Lookalike“ von Schauspieler Ryan Gosling sorgt für Überraschung in der Show. Foto: Christian Charisius/dpa Pool/dpa

Keiner der Filmemacher war anwesend, stattdessen kam das etwas füllige Double von Hauptdarsteller Ryan Gosling auf die Bühne. Der Mann namens Ludwig Lehner (27, Küchenchef aus Haar) dankte lediglich Joko Winterscheidt und Klass Heufer-Umlauf in Englisch: „Ich bin Ryan Gosling und widme Joko und Klaas diesen Preis – herzlichen Dank“.

Die kündigten via Twitter die Auflösung in ihrer Show „Circus Halligalli“ am Dienstag an und feierten sich selbst. Die Veranstalter von „Goldene Kamera“ twitterten: „Die Ermittlungen haben ergeben: Chapeau, @halligalli! Der Prank war erfolgreich. Die Goldene Kamera gibt’s nächstes Jahr“. In einer Presserklärung hieß es heute vormittag: „Nächstes Mal sind wir dran, man trifft sich ja bekanntlich immer zwei Mal im Leben.“

Bleibt jetzt die Frage: Ist die Kategorie „Bester Film International“ der Prank oder/und das Double Ryan Gosling? Und was ist an zweitem witzig? Von den Veranstaltern gab es via Website eine erste Antwort, die Kategorie gab es tatsächlicch: „Chapeau, Circus Halli Galli! Joko & Klaas, ihr kleinen Schlingel… Aber die Goldene Kamera hat ‚La La Land‘ trotzdem verdient gewonnen, auch wenn ein falscher Ryan Gosling auf der Bühne stand. Also bleibt es dabei: Unser Glückwunsch geht an ‚La La Land‘. Wir werden die persönliche Preisübergabe beim Filmteam wiederholen.“

Das Branchenmagazin „dwdl.de“ fragt: „Weshalb wurde die Goldene Kamera in einer Kategorie vergeben, die im Vorfeld – anders als viele andere – gar nicht angekündigt wurde? Weshalb konnte keiner der Mitarbeiter vor Ort verhindern, dass ein Mann die Bühne betrat, der schon auf den ersten Blick nur wenig Ähnlichkeit mit Ryan Gosling besitzt? Und weshalb reagierte selbst Hollywood-Experte Steven Gätjen derart zögerlich, als ihm der „HalliGalli“-Mann entgegenlief? Auf die Antworten darf man gespannt sein.“ Und man darf auch fragen: War Steven Gätjen bei dem Scherz involviert?

Ryan Gosling-Double Ludwig Lehner, der von der Agentur Florstedt vermarktet wird, springt seit 2013 hin und wieder mal in die Rolle des Doppelgängers, nachdem ihn sein Vater bei einer Doppelgänger-Challenge von ProSieben angemeldet hatte. Und so kam es auch schon einmal zu einem Besuch bei „Circus Halligalli“…. „Um die zwei Auftritte kämen im Monat zusammen, die ihn zu Kinopremieren und zu TV-Shows führen“, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Und immerhin konnte er auch schon einen kleinen Auftritt in einem „Tatort“ absolvieren. (PV)