Mittwoch, 08. März 2017, 11:50 Uhr

#Goslinggate: Hier die komplette Video-Version von Joko & Klaas

Joko Winterscheidt (38) und Klaas Heufer-Umlauf (33) verrieten nun Details über ‚GoslingGate‘ in ihrer Late-Night-Show ‚Circus Halligalli‘. Die Witzbolde schafften es bekanntlich, bei der Verleihung der ‚Goldenen Kamera‘ einen Doppelgänger des ‚La La Land‘-Darstellers einzuschleusen, der einen schnell geschaffenen Preis für den besten internationalen Film entgegen nehmen konnte.

Joko und Klaas haben eine Goldene Kamera ergaunert. Den Machern des Film- und Fernsehpreises stellten sie eine simple Falle. Eine falsche PR-Agentur, ein falscher Ryan Gosling, die echte Goldene Kamera: Die Fernsehkomiker haben ihren Doppelgänger-Streich bei der Goldenen Kamera wochenlang akribisch vorbereitet. „Wir haben einen neuen Weg gefunden, wie man Preise gewinnen kann“, sagte Winterscheidt in der ProSieben-Show „Circus HalliGalli“ am Dienstagabend stolz. In zwei Einspielfilmen, die wir hier auch präsentieren, lösten die beiden genüsslich das Rätsel auf, wie ein Double von Hollywood-Star Ryan Gosling (36) am vergangenen Samstag den Preis ungehindert entgegennehmen konnte.

Die für die Zeremonie zuständige ‚Funke Mediengruppe‘ fiel auf die ganze Guerilla-Aktion rein und glaubte, den echten Gosling engagiert zu haben. „Ryan Gosling stand seit Ende 2016 ganz oben auf der Liste der Redaktion für eine Goldene Kamera“, erklärte ein Sprecher, „vor dem Hintergrund des Hypes um ‚La La Land‘ in den USA war es aber nicht möglich, ihn für die Veranstaltung in Hamburg zu gewinnen. Umso erfreulicher schien es, dass sich Anfang Februar eine Agentur meldete und anbot, den ‚La La Land‘-Hauptdarsteller Ryan Gosling zu vermitteln.“

Und so verlief die Aktion: Anfang Februar habe man extra eine PR-Agentur ins Leben gerufen, die angeblich Hollywood-Stars an TV-Shows vermittelt, und dafür eine eigene Internetseite erstellt. Der Name: „Conrad, Hertz & Gravemann“. Die Initialen C, H und G könnten auch für die Show von Joko und Klaas, „Circus HalliGalli“, stehen. Als Kontaktperson gab das Team eine gewisse Katharina Dolus an. Der Nachname ist ein lateinisches Wort, das auf deutsch „Betrug“ bedeutet. Per Rundmail gab die „Agentur“ Anfang Februar bekannt, dass Gosling Anfang März für einen Werbedreh in Hamburg sei – zufällig am Tag der Preisverleihung. 90 Sekunden später hätten bereits die Macher der Goldenen Kamera angerufen und Interesse gezeigt.

Das Team um Joko und Klaas stellte allerdings Bedingungen: Gosling wolle (besser solle!) einen Preis bekommen, wenn er schon auftritt. Außerdem wünsche er, nur kurz auf die Bühne zu gehen und keinen Kontakt zu Mitarbeitern der Gala zu haben. Die Macher der Verleihung – bei denen Gosling schon länger auf der Liste stand – sagten zu. Sie schufen sogar eigens die Kategorie „Bester Film international“, damit der „La La Land“-Schauspieler eine Trophäe bekommen konnte. So ein Vorgehen sei durchaus üblich, betonten die Organisatoren zwei Tage nach der Gala überraschend offen.

Am Abend der Goldenen Kamera fuhr Gosling-Double Ludwig Lehner – ein Koch aus München – dann mit großem Gefolge in der Hamburger Messehalle vor. Dabei guckte er ständig auf den Boden, hatte eine Kapuze über dem Kopf und wurde abgeschirmt. Immer dabei: die ProSieben-Kameras, getarnt als Dreh-Team einer Dokumentation über Gosling.

Joko und Klaas fieberten mit ihrem Team zeitgleich vor dem Fernseher in Berlin mit. „Entweder klappt das oder es ist die größte Gurke aller Zeiten“, kommentierte Heufer-Umlauf angespannt. Aber tatsächlich: Lehner, der Gosling nur entfernt ähnlich sieht, gelangte unerkannt in die Garderobe und später auf die Bühne – zur Verwunderung des Publikums im Saal und vor dem Fernseher.

Nach seinem denkwürdigen Auftritt flüchtete Lehner mitsamt Gefolgschaft und Goldener Kamera in der Hand aus der Halle und brauste mit dem Auto davon. „In erster Linie wollten wir die Goldene Kamera bekommen, die haben wir jetzt“, kommentierte Heufer-Umlauf in der Show, die für viele Twitter-Nutzer „in die Geschichte eingehen wird“. Die Macher der Preisverleihung fordern die „gestohlene“ Kamera dagegen zurück.

Übrigens: 950.000 Zuschauer sahen gestern Abend ‚Circus Halligalli‘ – die höchste Quote seit Oktober 2016. (Thomas Bremser, dpa/Bang)