Montag, 13. März 2017, 19:42 Uhr

Jan Böhmermann rechnet ab

Satiriker Jan Böhmermann platzt der Kragen. In seinem Podcast ‚Fest und Flauschig‘, den er jeden Sonntag zusammen mit Sänger und Komiker Olli Schulz auf Spotify hochlädt, geht er mit den Kollegen hart ins Gericht. Grund dafür war die Verleihung der Goldenen Kamera.

Jan Böhmermann rechnet ab
Foto: AEDT/WENN.com

„Auch wenn es mein eigener Sender ist, manche Dinge muss man einfach mal offen ansprechen, um ein kleines bisschen Awareness zu schaffen für Dinge, die so nicht weitergehen können“, sagt der Satiriker. Er habe die ganze Zeit dagesessen und sich nur gefragt „warum, warum, warum?“ Weiter meint er: „Ich habe mich zwischenzeitlich in ein türkisches Gefängnis gewünscht, weil ich gedacht habe, es ist vielleicht unterhaltsamer und vielleicht ein kleines bisschen spannender.“

Der Moderator nimmt bei seiner Kritik kein Blatt vor den Mund und regt sich über die „Feigheit“ der Kollegen auf: „Das ist eine Unterhaltungssendung. Leute, macht euch doch mal locker, holt doch mal die Kartoffeln aus dem Arsch!“ Eine Entwicklung, die ihm generell am TV-Geschäft missfalle. „Man kann sich nicht darauf zurückziehen, zu sagen: ‚Ja ja, wir in Deutschland sind einfach nicht dazu in der Lage, vernünftigen Humor und vernünftige Unterhaltung zu machen“, erklärt er seine Kritik.

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Laut Böhmermann werde alles weichgespült: „Man kann nicht sagen, wir stellen da Moderatoren hin, die niemandem weh tun. Was niemandem weh tun kann, kann auch niemanden berühren.“ Der Moderatoren-Kollege Johannes B. Kerner sei die „fleischgewordene deutsche Unterhaltungsindustrie“ und habe einfach immer nur dann Spaß, wenn es im Skript stehe. Böhmermann erlebe viel zu häufig „diese komische öffentlich-rechtliche ARD-haftigkeit, am nächsten Morgen schon Durchfall in der Hose zu haben, weil die Quote ein Prozent unterm Senderschnitt ist“. Deshalb sei es ihm nun auch „sch***egal“, dass er so offen darüber rede, so sein Fazit. (Bang)