Donnerstag, 16. März 2017, 23:42 Uhr

Rammstein mit "Paris" in Berlin

Die Herrschaften von Rammstein zeigten sich erstmals seit langer Zeit wieder vor heimischer Presse. Anlass war heute die Präsentation ihres Konzertfilms „Paris“ in der alterwürdigen Berliner Volksbühne. Grund war die Premiere ihres neuen (alten) Konzertfilms.

Rammstein mit "Paris" in Berlin
Foto: WENN.com

Während der „Made in Germany“-Tour drehte der gefeierte schwedische Regisseur Jonas Åkerlund im März 2012 bei zwei umjubelten Rammstein- Konzerten, die vor jeweils 17.000 Zuschauern im Palais Omnisports in Paris stattfanden. Der Film, der daraus entstanden ist, ist (mit 16 Songs aus dem gesamten Repertoire) nicht nur das bislang spektakulärste Bilddokument über die derzeit größte deutsche Rock-’n’-Roll-Band — er ist ein Meisterwerk des Musikkinos, das die Energie von Rammstein in ein einmaliges visuelles und sonisches Erlebnis fasst.

Åkerlund ist ja berüchtigt für die radikalen, stilbildenden Videos, die er mit Bands wie The Prodigy, Metallica, den Rolling Stones und eben auch Rammstein gemacht hat. Durch seine Musikinszenierungen flackern irrwitzige Details, umgestülpte Perspektiven, Kontrast-Schocks, Sinnesverwirrungen — und in „Rammstein: Paris“ zelebriert er das von Minute eins an.

Wenn sich der Bühnensteg über die Köpfe der 17.000 Zuschauer senkt, das Bild in statischen Interferenzen zuckt und surrt, man hin- und hergeworfen wird zwischen Close-up und Vogelblick. Andere nennen das ein verwackelten Hin-und-Herswitchen zwischen Nah- und Panorama-Aufnahmen.

Rammstein mit "Paris" in Berlin
Foto: NFP/ Rammstein GbR

Wenn dann die sechs Helden einmarschieren, als Steampunks, Ritter, Heizer, ölige Rächer. Und die Show losbricht in einem metallischen Mitternachtszirkus – mit einem großen Feuerball.

Es ist Åkerlunds grenzenlos irre Editing-Technik, die genau das möglich macht. Im Film sind wir Rammstein fern und nah zugleich, auf dem Geierfelsen gegenüber der Bühne und doch so eng am haarigen Herzen Till Lindemanns, dass wir blutig hineinbeißen könnten. Resümee des ‚Spiegel‘: „Eine weitgehend sinn- und besinnungslos vor sich hin knallende und qualmende Überwältigungsästhetik, von der man schon nach zehn Minuten derart zugedröhnt ist, dass man sich wie in der nicht endenden Schluss-Sequenz eines teuer inszenierten, aber besonders stumpfsinnigen Action-Blockbusters wähnt.“

Das Spektakel läuft am 23. und 24. März exklusiv in ausgewählten Kinos.

Rammstein mit "Paris" in Berlin
Foto: NFP/ Rammstein GbR
Foto: NFP/ Rammstein GbR
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Rammstein mit "Paris" in Berlin
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