Samstag, 18. März 2017, 19:12 Uhr

Helge Schneider über (seine) Kinder und eine Kontaktanzeige seines Vaters

An dem großartigen Komiker und Jazz-Multi-Instrumentalisten Helge Schneider scheiden sich Jahrzehnten die Geister. Die einen finden ihn zum Totlachen witzig, die anderen können gar nichts mit seiner Art von Humor anfangen.

Helge Schneider über seine Kinder und eine Kontaktanzeige seines Vaters
Foto: klatsch-tratsch.de/Hoffmann

Im Sommer geht der inzwischen 62-Jährige rastlose Tausendsassa auf große Deutschland-Tournee (wir berichteten). In „240 Years of Singende Herrentorte“ erzählt er die Geschichte seiner Vorfahren. In Berlin haben wir von klatsch-tratsch.de mit ihm u.a. auch über seine „Nachfahren“ gesprochen. Der Frauenheld hat nämlich sechs Kinder von vier verschiedenen Frauen und schon vier Enkelkinder. Auch bei unserem Treffen merkt man, dass der liebe Helge alles andere als ein alter Herr ist…

Lieber Helge, Sie sind ja selbst sechsfacher Vater. Haben Sie denn auch Kinder im Publikum und wenn ja, wie sehr freut Sie das?
Sehr, denn Kinder verstehen meistens mehr als Erwachsene. Einfach, weil sie unvoreingenommener sind. Ich habe öfter auch richtig kleine Kinder im Alter von zwei Jahren oder so im Publikum und die verstehen die Witze zum Teil auch schon. Aber natürlich nur auf einer ganz einfachen Basis. Ich freue mich immer darüber, wenn mein Publikum bunt durchmischt ist. Am Besten ist alles dabei von der Oma mit Hörgerät bis zum Säugling.


Und wollen Sie dann auch mal speziell eine Show für Kinder spielen?
Nein, das braucht es nicht. Damit werden Kinder meines Erachtens auch in so eine Schublade gesteckt. Es gibt ja Leute, die machen extra Kinderlieder. Ich finde das gar nicht wichtig. Anhand meiner Kinder kann ich schon ablesen, was die gut finden. Und außerdem ist es komisch, wenn ich als erwachsener Künstler Kinderlieder aufnehme, um die so in meine Konzerte zu lotsen. Die kommen schon auch so, weil die wollen ja zur Welt der Erwachsenen gehören. Die wollen ja selber gar keine Kinder sein, die sind ja schon groß.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie mit dem Alter noch alberner werden?
Ja, habe ich.

Helge Schneider über seine Kinder und eine Kontaktanzeige seines Vaters
Foto: klatsch-tratsch.de/Hoffmann

Aber Sie sind ja schon etwas seltsam. Wird das auch mehr oder ebnete sich das immer mehr?
Seltsam im Sinne von wunderlich? Ja, man wird verschrobener, aber ich würde nicht sagen, dass man seltsamer wird. Man wird immer mehr man selbst und immer eigener. Also eigener in dem Sinne, dass man das, was man denkt und empfindet, einfach sagt. Also man wird direkter.

Da erzähl ich jetzt mal eine Geschichte von meinem Vater. Der hat in der Zeitung eine Kontaktanzeige gelesen. „Marta, Polin, sucht älteren Herren zwecks Heirat“. Dann hat der da angerufen und ist bei einem Heiratsinstitut gelandet. Er ist hingefahren und die wollten 4.000 Euro von ihm haben, damit er Marta kennenlernen kann. Da haben wir zu dem gesagt: „Hör mal Papa, das sind alles Verbrecher. Da würde ich kein Geld hinbringen. Bleib doch lieber zu Hause und die Frau, die lernt man auch so kennen.“ Und jetzt zum Stichwort Direktheit: da ist mein Vater dahin gefahren zu dem Heiratsinstitut. Tür aufgemacht und „Guten Tag, ich war gestern hier. Ich wollte eigentlich Marta kennenlernen und sie sind Verbrecher und von mir bekommen Sie gar kein Geld!“ Das ist direkt und so wird man im Alter.

Helge Schneider über seine Kinder und eine Kontaktanzeige seines Vaters
Foto: klatsch-tratsch.de/Hoffmann