Freitag, 24. März 2017, 18:02 Uhr

Schweighöfers "You are Wanted" mit Millionen-Subventionen

Der Bund der Steuerzahler Deutschland e.V. kritisiert in dieser Woche mit einer aktuellen Veröffentlichungen die Förderpolitik der Bundesregierung, insbesondere für die Amazon-Serie „You are Wanted“. Darin heißt es: „Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat jetzt recherchiert: Die Steuerzahler in Deutschland haben die Serie mit mehr als 1,7 Millionen Euro subventioniert“.

Schweighöfers "You are Wanted" mit Millionen-Subventionen
Foto: Amazon Inc.

Mehr als 1,4 Millionen Euro Steuergeld habe das Wirtschaftsministerium hinzugegeben, 300.000 Euro kämen vom „Medienboard Berlin-Brandenburg“ (gemeinsame Filmförderung dieser beiden Länder), heißt es in dem Bericht, der abschließt mit den Worten „Wir fordern: keine Steuersubventionen für teure Serien!“

Dazu gab der Vorstand der Studio Babelsberg AG heute eine Stellungnahme ab. Darin heißt es: „Die Film- und Fernseh-Produktionsbranche in Deutschland ist einem immensen europäischen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Internationale aber auch deutsche Film- und Fernsehproduzenten entscheiden sich heutzutage für diejenigen Produktionsstandorte, wo sie die attraktivsten Anreizsysteme vorfinden. Insbesondere der europäische Standortwettbewerb hat sich in den vergangenen zwei Jahren drastisch verschärft und Deutschland hat den Anschluss verloren. (…)“

Diese Situation betreffe neben Spielfilmproduktionen auch „seriellen Formate, zu dem die vom Bund der Steuerzahler kritisierte Förderung der TV-Serie ‚You Are Wanted“, produziert von der in Berlin und München ansässigen Produktionsfirma Pantaleon Films, durch den German Motion Picture Fund zählt.“

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Auch deutsche Serienproduktionen sähen sich diesem Wettbewerbsdruck ausgesetzt, heißt es weiter. „Die Herstellung der Serie ‚You Are Wanted‘ hat einen enormen wirtschaftlichen Beitrag geleistet. Ohne die entsprechenden Produktionsanreize des German Motion Picture Fund und des Medienboard Berlin-Brandenburg wäre die Serie eventuell – wie viele andere deutsche TV-Formate – in einem europäischen Nachbarland hergestellt worden, mit entsprechenden lokalen Produktionsausgaben und Steuereffekten. Die aus den Produktionen zu erwartenden Steuereinnahmen sind höher als die Standortanreize. Insofern werden die Steuerzahler der jeweiligen Länder entlastet und nicht belastet.“

Schweighöfers "You are Wanted" mit Millionen-Subventionen
Foto: Amazon Inc.

So würden „Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen“, heißt es in der Stellungnahme. „Es entstehen Innovationen im filmtechnischen Bereich – insbesondere in den digitalen Zukunftsfeldern, Talente werden gefördert, Städte und Regionen profitieren von Image- und Tourismuseffekten, Folgeinvestitionen werden ausgelöst, wichtiges Know-how wird transferiert und: Es entstehen überproportionale Steuereinnahmen! Je Euro direkter Bruttowertschöpfung, der aus den Kernaktivitäten der Filmwirtschaft resultiert, werden insgesamt 1,60 Euro an Wertschöpfung in der Volkswirtschaft realisiert.“