Montag, 27. März 2017, 23:20 Uhr

100kg schwere Goldmünze von Berliner Museumsinsel gestohlen

Riesencoup auf der Berliner Museumsinsel: Einbrecher erbeuten eine 100-Kilo schwere Goldmünze. Beim Millionen-Diebstahl können die Täter offenbar unbehelligt in das Münzkabinett eindringen.

Eine Münze so schwer wie vier Zementsäcke und ungefähr so groß wie ein Autoreifen: Bei einem spektakulären Millionencoup auf der Berliner Museumsinsel haben Diebe in der Nacht zu Montag eine kanadische Goldmünze mit einem geschätzten Materialwert von 3,8 Millionen Euro gestohlen. Die 100 Kilo schwere und 53 Zentimeter große „Big Maple Leaf“ mit dem Bild von Königin Elizabeth II. hat einem Nennwert von einer Million kanadischer Dollar (700 000 Euro).

Die Diebe drangen durch ein Fenster in das Bode-Museums zwischen Bahngleisen und zwei Spree-Armen ein. Eine Etage höher brachen sie nach Polizeiangaben eine Vitrine aus Panzerglas auf und verschwanden mit ihrer Beute. Nach Angaben der Staatlichen Museen Berlin war das Stück seit 2010 als private Leihgabe im Münzkabinett.

Wie ein Polizeisprecher weiter sagte, seien die Diebe wohl zwischen 3.20 und 3.45 Uhr über die Bahntrasse gekommen, die wenige Meter am Museumsgebäude vorbeiführt. An den Gleisen habe man auch eine Leiter gefunden. Vermutlich hätten die Täter die Leiter auf einen Sockel des Gebäudes gestellt. Auf dem gleichen Weg seien sie dann wohl in Richtung Hackescher Markt über die Gleise entkommen. Wie sie ihre zwei Zentner schwere Beute transportierten, blieb zunächst unklar.

Ob die Diebe dabei beobachtet wurden oder die Alarmanlage anschlug, wollte die Polizei aus Ermittlungsgründen nicht sagen. Die Umgebung wird von Polizisten überwacht, da Bundeskanzlerin Angela Merkel gegenüber der Museumsinsel wohnt. Der Blick von Merkels Wohnhaus zum Tatort wird allerdings von der Bahnbrücke versperrt.

Spezialisten für Kunstdelikte des Berliner Landeskriminalamts haben die Ermittlungen übernommen. Die „Big Maple Leaf“ mit 99,999 Prozent Reinheitsgehalt wurde 2007 von der Royal Canadian Mint, der königlichen kanadischen Münze, geprägt. Davon gibt es nur fünf Exemplare, die von Investoren gekauft wurden, da Gold als sicheres Anlageobjekt gilt. Die Vorderseite zeigt drei Ahornblätter, Symbole des Prägelandes Kanada.

Das Bode-Museum beherbergt vor allem Skulpturen, hat aber auch eine große Münzsammlung. Zur Zeit wird dort die Ausstellung „Muse, Macht, Moneten“ über die Rolle von Geld in der Kunst gezeigt.

Ob Krügerrand oder historische Stücke – immer wieder erbeuten Diebe wertvolle Münzen. Im vergangenen Jahr stahlen Unbekannte Goldmünzen im Wert von 420 000 Euro aus einem Büro- und Wohngebäude in Bremen. Der Gold-Krügerrand ist nicht nur dekorativ, sondern auch als legales Zahlungsmittel eine steuerfreie Anlage. (Esteban Engel und Bernd Röder, dpa)