Freitag, 07. April 2017, 17:20 Uhr

Filmkritik Sci-Fi-Thriller "MindGamers": Mein Hirn ist auch dein Hirn

Der ambitionierte Science-Fiction-Thriller „MindGamers“ beschäftigt sich mit der Manipulation menschlicher Gehirne. Trotz erkennbarer Aktualität überzeugt die prominent besetzte Produktion jedoch kaum.

Filmkritik Sci-Fi-Thriller "MindGamers": Mein Hirn ist auch dein Hirn
Foto: Warner Bros.

Elitestudenten ist es gelungen, die Hirne von Menschen miteinander zu vernetzen. Mithilfe der Quantentherorie sammeln und übertragen sie motorische und intellektuelle Fähigkeiten wie in einem großen Netz. In dem Science-Fiction-Thriller „MindGamers“ heißt es über einen Mann, der sich gerade umgebracht hat: „Er hatte keine Wahl, denn sein Finger wurde vom Gehirn eines anderen gesteuert.“ „MindGamers“ spielt zehn Jahre in der Zukunft. Die Studenten nehmen an, ihre Erfindung werde am Ende zu einer bislang ungeahnten Gleichberechtigung und zu geistiger Freiheit führen.

Die ambitionierte österreichisch-amerikanische Produktion des Regisseurs Andrew Goth kommt in der Optik eines veritablen Hollywoodstreifens daher. Coole Figuren in düster-futuristischem Ambiente. Mystisch-sakrale Bauten. Ein beunruhigend dröhnender Soundtrack. Zeitlupen und zahlreiche Spezialeffekte. All das wirkt jedoch nur wie Zitate aus der Verfilmung von Dan Browns Vatikan-Blockbuster „Illuminati“ oder aus den „Matrix„-Kinohits.

Die in Bukarest und Wien gedrehten, verschwurbelt-bedeutungsvollen Dialoge überzeugen (Drehbuch: Goth und Joanne Reay) noch weniger. Trotz erkennbarer Aktualität durch Internet, Chips und Co. und die somit mögliche Manipulation der Nutzer erscheint die Story oft wirr und öde.

Und schließlich ist auch noch die Utopie der Studenten in Gefahr. Böse Mächte drohen das kühne wie edle Unterfangen zu vereiteln. Teamleiter Jaxon (Tom Payne, „Der Medicus“) zieht die Aufmerksamkeit des legendären Wissenschaftlers Kreutz (Sam Neill, „Jurassic Park“) auf sich. Der hat erkannt, dass Jaxon seinen Erfolg über alles andere stellt – und will ihn zu seinem Schützling machen.

Filmkritik Sci-Fi-Thriller "MindGamers": Mein Hirn ist auch dein Hirn
Foto: Warner Bros.

Nachdem mit der labilen Agnes (Antonia Campbell-Hughes, „3096 Tage“) ein Mitglied aus der jungen Forschergruppe in den Tod gesprungen ist, nimmt deren Platz die rothaarige Schönheit Stella (Melia Kreiling) ein, die mit Kreutz ein dunkles Geheimnis verbindet.

Bald zeigt sich, dass sich mittels der neuen Technologie Menschenmassen gnadenlos kontrollieren und willenlos machen lassen. (Ulrike Cordes, dpa)

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Foto: Warner Bros.