Samstag, 08. April 2017, 11:40 Uhr

Oma hortet Hunderttausende in Tüten und Rucksäcken

Das hier gehört zweifelsfrei in die Kategorie „hatten wir auch noch nicht“. Eine alte Frau sperrt sich mal wieder aus, bittet einen Nachbarn, durch ein Fenster ins Haus einzusteigen und nach dem Rechten zu sehen. Dieser findet – zusammen mit weiteren Helfern – mehrere hunderttausend Euro.

Oma hortet Hunderttausende in Tüten und Rucksäcken
Foto: Polizei Aachen

Die alte Dame lebt seit Jahren alleine in einem Einfamilienhaus in Aachen. Ehemann und Sohn sind vor geraumer Zeit verstorben. Nahe Verwandte gibt es offenbar keine. Sie versorgt sich bisher alleine, so gut es eben geht. Nette Nachbarn greifen ihr unter die Arme, wenn sie merken, es wird der alten Frau alles etwas zuviel. Oder sie hat sich mal wieder ausgesperrt. Dann rufen sie meist den Schlüsseldienst oder klettern durch ein offen stehendes Fenster ins Haus. So auch dieser Tage. Es war wieder soweit. Die Dame kam nicht mehr ins Haus, berichtete die Polizei. Und draußen war es kalt…

Die Nachbarn haben bei der verwirrten älteren Frau zahlreiche Tüten und Rucksäcke mit mehreren hunderttausend Euro entdeckt, nachdem sie durch ein offenes Fenster hineinkletterten und die Tür öffneten. Auf Bitten der Frau seien mehrere Nachbarn durch die Räume gegangen, um nach dem Rechten zu sehen. Dabei entdeckten sie die Tüten und Rücksäcke, prall gefüllt mit Geldscheinen und sorgsam beschrifteten Umschlägen, wie es weiter hieß. Die Nachbarn riefen die Polizei.

Die Seniorin erklärte, sie und ihr gestorbener Mann hätten immer gespart und sich nie etwas gegönnt. Einmal hätten sie sich ein Auto gegönnt. Mit dem sei aber nur der Sohn gefahren. Mit der alten Frau zusammen und mit den Nachbarn als objektive Zeugen überschlugen die Beamten die Summe der Scheine und den Beträgen, die auf den Umschlägen standen. Schon bei der ersten Rechnerei kam man bereits auf einen Betrag von mehreren hunderttausend Euro.

Die Beamten brachten das Geld – alle Scheine waren echt – zur Bank, wo es auf ein Konto der Frau eingezahlt wurde. Die Polizei in Aachen erklärte: „Wir möchten den Nachbarn ein Riesenlob und unsere höchste Anerkennung aussprechen. Nicht nur, dass sie den Geldfund gemeldet haben. Unsere Anerkennung haben sie sich schon weit vorher verdient…weil Sie nicht weggeschaut, sondern der alten Dame immer geholfen haben. Hut ab!“ Allerdings wolle man die Identität der reichen Oma nicht preisgeben: „Unliebsame Zeitgenossen – sprich Erbschleicher und Gangster – würden Jagd auf die alte Dame, die Nachbarn und die Kommune machen. Das möchten wir nicht.“ (KT/dpa)