Mittwoch, 12. April 2017, 7:56 Uhr

Serienstar Fritz Wepper: „Mein Herz war quasi tot“

Vor gerade einmal vier Monaten musste sich Schauspieler Fritz Wepper (75) einer lebensrettenden OP unterziehen. Heute ist er wieder mit dem Fahrrad oder seinen Nordic-Walking-Stöcken am Tegernsee unterwegs. Immer an seiner Seite: Sein Jagdhund Aaron. Und im Hinterkopf der Gedanke: „Ich bin froh, dass ich überhaupt überlebt habe.“

Serienstar Fritz Wepper: „Mein Herz war quasi tot“
Foto: Klaus Becker.

Routinecheck – und dann die Schock-Diagnose
Als der Kardiologe bei einer Routineuntersuchung feststellt, dass die Herzklappe nicht mehr richtig schließt, steht urplötzlich Weppers Leben auf dem Spiel. Obwohl bei dem zweifachen Vater bereits vor mehr als 30 Jahren Herzklappeninsuffizienz diagnostiziert wurde, hatte er nie Beschwerden. An Herzschwäche, medizinisch Herzinsuffizienz, leiden rund zwei Millionen Menschen in Deutschland.

Normalerweise klagen die Betroffenen über Symptome wie Erschöpfung, Luftnot und Wasseransammlungen in den Beinen. Behandelt wird mit ACE-Hemmern, Betablockern und Diuretika. Neu ist die Wirkstoffkombination Sacubitril/Valsartan, die laut klinischer Studie ein längeres und besseres Leben mit weniger Krankenhausaufenthalten ermöglicht. Eine Operation ist nur nötig, wenn eine Herzklappe nicht mehr richtig funktioniert – wie im Fall von Fritz Wepper.

Serienstar Fritz Wepper: „Mein Herz war quasi tot“
Fritz Webber (76) kurz nach seiner Herz OP am Tegernsesse mit seinem Hund Ahron (8). Foto: Klaus Becker.

Dramatische Marathon-OP
Aus einer routinemäßigen Operation an der Aortenklappe wurde ein sechsstündiger Eingriff, Weppers Leben hing am seidenen Faden. „Sie haben mich aufgesägt wie ein Tor“, beschreibt Fritz Wepper die Marathon-OP im Interview mit „die aktuelle“. Wepper weiter: „Das Herz ist bei solch einer Operation komplett ruhiggestellt und quasi tot.“
Nach der OP lag Wepper noch drei Wochen im Krankenhaus, zwei davon auf der Intensivstation. „Ich hatte zehn Schläuche in mir und war verkabelt wie Kabelfernsehen“, erinnert er sich an die schwere Zeit. An den Krankenhausaufenthalt schloss sich eine dreiwöchige stationäre Reha an, bis heute absolviert Wepper dreimal in der Woche eine ambulante Reha.

Der Rückkehr vor die Kamera steht nichts im Wege
Damit nicht genug, Fritz Wepper hat auch sein Leben umgekrempelt: „Ich habe mit dem Rauchen aufgehört, trinke kaum Alkohol und ernähre mich gesund“, beschreibt der Seriendarsteller seinen Lebenswandel. Das hat sich ausgezahlt: Wepper ist wieder fit für den Job vor der Kamera. „Anfang Mai beginnen die nächsten Dreharbeiten für ‚Um Himmels Willen‘“, erzählt er. Und als Bürgermeister Wolfgang Wöller wieder mit von der Partie: Fritz Wepper. (KTAD)