Mittwoch, 12. April 2017, 20:41 Uhr

United Airlines reumütig: "Das wird nie wieder passieren"

Nachdem in den letzten Tagen mehr und mehr Details vom Skandal-Rausschmiss eines unbescholtenen Passagiers von Bord einer überbuchten United-Airlines-Maschine bekannt wurde, äußerte sich die Familie von Dr. David Dao zu dem Unfall des Fluges.

United Airlines reumütig: "Das wird nie wieder passieren"
Foto: Youtube

Stephen L. Golan of Golan Christie Taglia, der Anwalt des betroffenen Dr. Dao erklärte: “Die Familie von Dr. Dao bedankt sich für all die Gebete, Sorgen und Unterstützung, die sie erhalten haben. Zur Zeit sind sie auf die medizinische Hilfe und Behandlung von Mr. Dao fokussiert.”

Je mehr und mehr von den unfasbaren Vorfällen des Fluges von Chicago nach Louisville ans Tageslicht kommt, umso schockierter ist man. Für die, die nicht wissen sollten was geschah, hier ein kurzer Rückblick: Bei einem Flug am Sonntag nach Louisville, der hoffnungslos überbucht war, wurden wahllos vier Fluggäste von den Flugmitarbeitern ausgesucht. Darunter auch der völlig unbescholtene 69-jährige chinesische Arzt Dr. Dao, der sich zu Recht weigerte, das Flugzeug zu verlassen und deshalb von Security mit brutaler Gewalt herausgezerrt wurde und sich die dabei Verletzungen im Gesicht zuzog. Was folgte war ein weltumspannender Shitstorm allererste Güte und Boykott-Aufrufe.

Nun äußerte sich auch der Airline-Chef Oscar Munoz zu den Vorkommnissen, allerdings zunächst halbherzig: “Das wahrlich erschreckende Ereignis, das auf diesem Flug passierte, hat viele Antworten in uns allen hervorgerufen: Empörung, Wut, Enttäuschung. Ich teile all diese Gefühle und vor allem: meine tiefste Entschuldigung für das ,was geschehen ist.” Der Vorstandschef erklärte dann heute gegenüber dem US-Sender ABC, man wolle keine Sicherheitsbeamten mehr an Bord holen, um einen Passagier herauszuholen, der bereits gebucht und bezahlt habe und bereits in der Maschine sitze. Er fügte hinzu „Das wird nie wieder passieren“.

Unterdessen schreibt „Die Welt“ unter der Überschrift „Das war der teuerste Passagierrauswurf aller Zeiten“: „Das seit Jahren ohnehin angeschlagene Image ist noch mehr ramponiert, und wirtschaftlich gibt es Konsequenzen. Seit dem Vorfall am Sonntag verlor die Aktie über fünf Prozent. Zwischenzeitlich war die Fluggesellschaft an der Börse 250 Millionen Dollar weniger wert. “ Hinzu kämen die noch nicht bezifferten Langfristfolgen, weil Kunden künftig womöglich die Fluggesellschaft meiden und zur Konkurrenz wechseln, wo immer das möglich ist.“ (LB)