Donnerstag, 13. April 2017, 12:35 Uhr

Penis-Sitze in der U-Bahn: Keiner will drauf

Mexiko ist bekannt dafür, ein Land zu sein, in dem Frauen häufig belästigt oder gar begrapscht werden. Auch in der U-Bahn der Millionenmetropole Mexiko-Stadt ist das ein tägliches Problem. Die Stadt und die Organisation „UN Women Mexico“ installierten kürzlich „Penis-Sitze“ in den Waggons, um ein Bewusstsein und vor allem ein Umdenken zu sorgen. Denn neun von zehn Mexikanerinnen werden schon mal Opfer sexueller Gewalt.

Penis-Sitze in der U-Bahn
Foto: Youtube

Schon in Deutschland erlebte sicher jede Frau schon mal die Situation, dass ein Mann in den öffentlichen Transportmitteln auffällig nah neben einem stand oder eine Hand „zufällig“ den Körper streift. Wenn das schon hier so ist, kann man sich ja ungefähr vorstellen, wie U-Bahn-fahren für Frauen in Mexico-City sein muss. In einer Umfrage gaben 90% der Hauptstadtbewohnerinnen an, sich in der Bahn nicht immer sicher zu fühlen.

Um ein Umdenken bei den Männern zu erreichen, installierte die Stadt selbst in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen jetzt sogenannte „Penis-Sitze“ in den Wagons. Auf dem Sitz ist der untere Torso eines Mannes dreidimensional mit einem großen nackten Penis abgebildet. Wenig verwunderlich, dass sich niemand auf den Stuhl setzen will, sondern alle nur unangenehm berührt drauf starren.

Der „nackte Sitz“ soll den Männern das Gefühl zeigen, wie es ist im öffentlichen Raum sexuell objektiviert zu werden. Die Aktion will also nicht mit dem Finger zeigen, sondern Männern das unangenehme Gefühl vermitteln, das Frauen jeden Tag empfinden müssen. (LK)