Sonntag, 16. April 2017, 8:56 Uhr

Blondie: "Jeder hat jeden gehasst"

Bei der New-Wave-Band Blondie hing der Haussegen einst so richtig schief. Der Produzent der Gruppe habe sogar richtig „Angst“ gehabt, mit den Musikern im Studio zu stehen. Blondie liefen einst Gefahr, einander zu „erschießen“.

Debbie Harry und Chris Stein. Foto: WENN.com
Debbie Harry und Chris Stein. Foto: WENN.com

Die amerikanische Band wurde 1974 von Debbie Harry und Chris Stein gegründet. Doch als die Gruppe immer größere Erfolge feierte, verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den Mitgliedern drastisch. Als sie die Platte ‚The Hunter‘ 1982 aufnahmen, waren die Bandkollegen richtiggehend verfeindet.

Mike Chapman, der Produzent der Gruppe und damals nichnt nur mit Blondie erfolgreich, verrät, dass die Arbeit an der LP alles andere als schön gewesen war: „Das ganze Album hat mir Angst gemacht. Ich hatte einen Raum in der oberen Etage [von Chris‘ und Debbies Apartment] und so viele Nächte habe ich etwas gehört, runtergeguckt und gesehen, wie Debbie in einem Stuhl unter einem schwarzen Moskitonetz sitzt und von Kerzen umgeben war. Sie ist einfach dagesessen und hat Gott weiß was gemacht.“

Weiter enthüllt er: „Zu der Zeit war es so, als ob sich jeder in der Band gehasst hat. Es hat sich so angefühlt, als könnte jeder zu jedem Zeitpunkt eine Waffe ziehen und jemanden erschießen. Wirklich. Es war eine gefährliche Stimmung im Studio.“

Schuld daran waren wohl die Drogen. So erklärt Schlagzeuger Clem Burke: „Drei Leute in der Band waren ernsthaft drogenabhängig. Aber wir alle haben sie zu Entspannungszwecken genommen.“ Chris Stein fügt im Gespräch mit dem ‚Q‘-Magazin hinzu: „Jeder hat verdammte Tonnen von Kokain genommen und das wurde als okay betrachtet. Aber wenn du Heroin genommen hast, hieß es: ‚Ich kann nicht mehr mit dir reden.‘ Es wurde also diese große Grenze gezogen und es wurde alles sehr komisch.“ (Bang)