Sonntag, 16. April 2017, 13:41 Uhr

"Das doppelte Lottchen" im Zwillings-Interview

Die Zwillinge Mia und Delphine Lohmann posierten schon als Werbemodelle für Kindermoden und die Lufthansa. Nun spielen die Elfjährigen erstmals in einem Film mit: Sie verkörpern die Zwillingsschwestern in Erich Kästners „Das doppelte Lottchen„. In weiteren Rollen: Florian Stetter, Alwara Höfels und Oliver Wnuk.

"Das doppelte Lottchen" im Zwillings-Interview
Foto: SWR/Uschi Reich Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden

Wie ein Ei dem anderen ähneln sich Mia und Delphine Lohmann aus München. Ein Aspekt, der den elfjährigen Zwillingen im vergangenen Jahr die Titelrollen in der Neuverfilmung des Eich-Kästner-Klassikers „Das doppelte Lottchen“ (heute 14.05 Uhr, im Ersten) verschafft hat.

Keck wirken Mia und Delphine im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur – in dem sie unter anderem davon schwärmen, wie schön es ist, eine Zwillingsschwester zu haben.

Mia und Delphine, war Euch Erich Kästner vor dem Dreh auch schon ein Begriff? Kanntet Ihr seinen Roman oder andere Bücher von ihm?
Mia: Nachdem man uns angesprochen hatte, haben wir uns ziemlich viele Verfilmungen vom „Doppelten Lottchen“ angeguckt. Zum Beispiel einen Zeichentrickfilm oder auch die amerikanische Version „Ein Zwilling kommt selten allein“. Das Buch haben wir aber erst nach dem Dreh gelesen.
Delphine: Wir haben den Film einfach so auf uns zu kommen lassen. Manche unserer Freunde lesen Vampir- und Meerjungfrauengeschichten – was wir uns auch wünschen würden, wäre, mal in so einem Film mitzuspielen.

Als Ihr „Das doppelte Lottchen“ dann doch gelesen habt – was konntet Ihr mit der 50er-Jahre-Geschichte anfangen? Die Sprache ist teilweise anders als heute, oder?
Mia: Das stimmt, manchmal schreibt er „gekriegt“. Dafür kriegt man bei der Deutsch-Schulaufgabe einen Abzug.
Delphine: Die Sprache ist insgesamt so altmodisch halt. Außerdem ist die Geschichte ja auch ein bisschen anders. Unser Film endet mit einer Frage – „Was täten die ohne uns?“ Es bleibt offen, ob die Eltern zusammenkommen oder nicht. Im Buch steht allerdings, dass die bald heiraten und dass die Freundin Leni nichts mehr mit dem Vater macht.
Mia: Da finde ich die Buchgeschichte besser. Man muss dann nicht so viel über diese Frage nachdenken und kann sich besser auf die Geschichte konzentrieren.

Ihr findet es schon gut, wenn man am Ende weiß, die Familie kommt wieder zusammen?
Mia und Delphine: Ja.

Kennt Ihr solche Situationen auch? Wird bei Euch oder unter Euren Freunden manchmal darüber gesprochen, dass vielleicht familiäre Wünsche bleiben?
Mia: Wünsche hat man ja immer, aber bei uns mag ich es eigentlich gerade so, wie es ist. Überall gibt es ja manchmal Streit, aber ich finde es gut, dass niemand, den wir kennen, solche Trennungen herbeiführt wie im „Doppelten Lottchen“.

"Das doppelte Lottchen" im Zwillings-Interview
Foto: SWR/Uschi Reich Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden

Als die Filmanfrage kam – habt Ihr es Euch sofort zugetraut?
Mia: Ich hab‘ nicht geglaubt, dass wir die Rollen kriegen.
Delphine: Ich hab’ mich gleich gefreut – weil nicht jeder so was kriegt.

Hat man Euch ein bisschen Schauspielunterricht gegeben? Oder habt Ihr einfach losgelegt?
Mia: Losgelegt. Schwer ist es ja nicht.

Seid Ihr vielleicht auch ein wenig so wie die Zwillinge bei Kästner – die eine schüchtern, die andere wild?
Mia und Delphine: Ja, auf jeden Fall.
Mia: Ich bin die Mutige, wie Luise.
Delphine: Und ich bin ein bisschen schüchtern, wie Lotte.

Findet Ihr es eigentlich komisch, interviewt zu werden?
Mia und Delphine: Beim Dreh wurden wir schon ganz viel interviewt und fotografiert. Daher: nein.

"Das doppelte Lottchen" im Zwillings-Interview
Foto: SWR/Uschi Reich Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden

Habt Ihr aus der Geschichte etwas gelernt?
Mia: Nee. Außer, wenn ich mal Kinder habe, dass ich mich dann definitiv nicht so verhalten würde. Das ist doch grauenvoll, macht man doch nicht.

In der Geschichte belehren die Kinder ja ihre Eltern. Findet Ihr, dass Kinder das auch im wahren Leben manchmal tun sollten?
Mia: Ich finde schon, dass man es ausnutzen sollte, wenn man Kind ist. Zum Beispiel Streiche spielen.

Habt Ihr inzwischen weitere Filmangebote bekommen?
Mia und Delphine: Das dürfen wir leider nicht sagen.

Wie fühlt es sich denn an, mit der eigenen Schwester zu filmen?
Mia: Das fühlt sich supercool an, denn man ist eben immer mit seiner Schwester zusammen und kann gemeinsam viel Blödsinn machen.

Wie ist es denn so als Zwilling? Fühlt man sich ganz besonders verbunden?
Delphine: Ich finde, dass Mia und ich eine sehr große Beziehung zusammen haben. Wir machen alles, aber wirklich alles zusammen – nichts ausgeschlossen. Sonst fühlen wir uns allein.
Mia: Wir waren mal abwechselnd je eine Woche im Schullandheim. Das war die schlimmste Zeit überhaupt.

Kann es nicht irritierend sein, wenn man seine Schwester anguckt und die sieht genauso aus wie man selbst?
Mia: Delphine sieht komplett anders aus als ich! Trotzdem kann man es ausnutzen. Zum Beispiel, andere damit veräppeln. Unsere Lehrer checken gar nicht mehr, wer von uns wer ist.

ZUR PERSON: Die Mutter der 2005 geborenen Zwillinge Mia und Delphine Lohmann legt leider Wert darauf, dass wenig Biografisches über die beiden öffentlich wird. Sie erlaubt die Angabe, dass Mia und Delphine einen Bruder haben und in München leben.