Sonntag, 16. April 2017, 19:56 Uhr

Michael Keaton ist der "Founder": Der skrupellose Mister Größenwahn

„The Founder“ schildert die packende, auf Tatsachen basierende Erfolgsgeschichte von Ray Kroc, der in den frühen 50er Jahren die McDonald’s Corporation gründete und als „Hamburger King“ in die Geschichte einging.

Michael Keaton ist "Der Founder": Der skrupellose Mister Größenwahn
Ray Kroc (Michael Keaton) lässt sich feiern. Foto: Splendid Film GmbH

Das „Time Magazin“kürte ihn zu einer der 100 einflussreichsten Personen des 20. Jahrhunderts. Unter der Regie von John Lee Hancock brilliert der Oscar-nominierte Michael Keaton (Birdman) als leidenschaftlicher Selfmademan. John Carroll Lynch (Ted 2, American Horror Story“ und Nick Offerman (Fargo) erwecken auf unnachahmliche Weise die legendären McDonald-Brüder zum Leben. In weiteren Nebenrollen glänzen Laura Dern (Das Schicksal ist ein mieser Verräter) Patrick Wilson (Prometheus) und Linda Cardellini (Avengers 2: Age Of Ultron).

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Und darum geht’s: Ray Kroc (Michael Keaton), Vertreter für Milchshake-Mixer, hat Anfang der 1950er Jahre nur äußerst mäßige Erfolge vorzuweisen. Trotzdem gibt der charismatische Vollblutverkäufer nicht auf und träumt den amerikanischen Traum. Als er zufällig von einem revolutionären Schnellrestaurant im kalifornischen San Bernardino hört, wittert er die Chance seines Lebens. Trotz anfänglichem Widerstand der Betreiber, der Brüder Mac (John Carroll Lynch) und Dick McDonald (Nick Offerman), gelingt es Ray durch Hartnäckigkeit und Raffinesse, die Franchise-Rechte zu erwerben. Doch bis daraus ein erfolgreiches Fast-Food-Imperium werden kann, muss Ray noch unzählige Hindernisse aus dem Weg räumen und unliebsame Entscheidungen treffen.

Michael Keaton ist "Der Founder": Der skrupellose Mister Größenwahn
Die Brüder Dick (Nick Offerman) und Mac McDonald (John Carroll Lynch). Foto: Splendid Film GmbH

Die Idee für „The Founder“ kam Produzent Don Handfield bei einem Song. 2004 hörte er zufällig die gerade veröffentlichte Single „Boom, Like That“ von Mark Knopfler (Dire Straits). Der Partner von Schauspieler und Produzent Jeremy Renner, mit dem er zusammen die Produktionsfirma The Combine in Los Angeles leitet, war sofort fasziniert von der Geschichte. In dem Song reflektiert Knopfler, basierend auf der Lektüre der Autobiografie von Ray Kroc, wie der Verkäufer von Milchshake-Maschinen aus Illinois sich zum ersten Mal mit den Brüdern McDonald in San Bernardino traf und ihnen seine Idee für das Franchising ihrer Restaurants unterbreitete. Handfield bewegte die Frage, was Ray Kroc wohl für ein Typ gewesen sein mag.

Michael Keaton ist "Der Founder": Der skrupellose Mister Größenwahn

Ray Kroc (Michael Keaton) überprüft die Qualitätsstandards in der Küche. Foto: Splendid Film GmbH

Kroc war auf der Suche nach dem ganz großen Wurf. Als er die McDonald-Brüder traf, witterte er die Gelegenheit, Großes zu erreichen und all seine Zweifler eines Besseren zu belehren. „Obwohl er sich bis dahin mit nichts sonderlich hervorgetan hatte, wartete er beharrlich darauf, irgendwann seine wahre Bestimmung zu finden. Der Titel seiner Autobiographie ‚Grinding it Out‘ [etwa: „Mühsam erkämpft“] deutet an, wie mühselig er sich das erarbeitet hat.“

Michael Keaton ist "Der Founder": Der skrupellose Mister Größenwahn
Selbst bei Regenwetter stehen die Leute Schlange vor Mc Donald’s. Foto: Splendid Film GmbH

Der Filmtitel ist allerdings als ironische Stellungnahme zu verstehen, denn Ray Kroc wird fälschlicherweise oft als Gründer von McDonald’s aufgeführt. Handfield stellt klar: „Ray hat McDonald’s nicht gegründet. Er hat sich nicht das ‚Speedee-System‘ ausgedacht. Doch ohne ihn wäre McDonald’s nicht die weltweit verbreitete Schnellrestaurantkette, die sie heute ist. Ray plante in großem Stil. Und als er die Firma kaufte, machte er sich daran, die Firmengeschichte Stück für Stück so umzuschreiben, dass die McDonald-Brüder langsam daraus verschwanden.“ Was für eine riesengroße Sauerei…

Michael Keaton ist "Der Founder": Der skrupellose Mister Größenwahn
Foto: Splendid Film GmbH

Doch Ziel des Films ist es laut Handfield nicht, die McDonald-Brüder zu glorifizieren oder Ray Kroc zu diffamieren. „Die eine Hälfte wird wahrscheinlich aus dem Kino kommen und sagen, ‚Ray Kroc ist ein amerikanischer Held‘. Und die andere Hälfte wird urteilen: ‚Die McDonald-Brüder waren echte amerikanische Helden.‘ Und das ist gut so. Ray Kroc war ein von Verzweiflung und Angst Getriebener. Er wollte kein Loser sein. Er wollte Erfolg um jeden Preis. Und das ist mittlerweile zu unserem nationalen Credo geworden.“