Montag, 24. April 2017, 14:49 Uhr

Thomas Gottschalk: Verheerende Resonanz auf „Little Big Stars“

Der nie in TV-Rente gehen wollende Moderator Thomas Gottschalk (66) wollte sich am Sonntagabend mit der neuen Sat.1-Show ,Little Big Stars’ wieder ins Gespräch bringen.

Thomas Gottschalk: Verheerende Resonanz auf „Little Big Stars“
Foto: SAT.1/Willi Weber

Die Idee hinter der Familienunterhaltungssendung war nicht einmal schlecht und orientierte sich nach der US-Vorlage ,Little Big Shots’: Kinder zeigen mal frei von irgendwelchen Jurys oder Rankings  ihr Können im Fernsehen. Nach der Ausstrahlung zerriss sich dann auch tatsächlich jeder den Mund darüber, denn die Resonanz darauf war verheerend – und es lag nicht einmal an Herrn Gottschalk! Der war in Topform. Für die vernichtenden Kritiken (immerhin sahen aber 2,53 Mio zu) – und da sind sich alle Medien sowie die Zuschauer einig – ist nämlich die total missratene, stümperhafte Postproduktion der aufgezeichneten Show verantwortlich zu machen. Das musste auch jedem Laien auffallen. Die Dialoge mit den Kindern wirkten wie einstudiert und auswändig gelernt. Es wurde fortwährend gelacht und applaudiert an Stellen, wo es weder etwas zu lachen noch zu klatschen gab.

Nachfolgend ein paar der Pressestimmen aufgezählt werden, die sich dazu Luft verschafften.

Der Onlinebranchendienst ‚Meedia’ stellte beispielsweise fest: „Willkürliche Schnitte, offenbar eingespielte Lachsalven und demonstrativ gekünstelte Dialoge – die „größte Entertainment-Show seit ‚The Voice’“, so Sat.1-Senderchef Kaspar Pflüger bei der Programmpräsentation, war viel mehr eine konstruierte Kinderüberraschung.“

Zu der Leistung des einstigen ‚Wetten, dass..?’-Moderators wird dabei etwas positiver angemerkt: „Thomas Gottschalk nimmt sich ungewohnt zurück, lässt die Kids mit ihrem unschuldigen und unverfrorenen Auftreten und ihrem Können glänzen. Leider bürstet die vorgetäuschte Live-Situation, die sowohl für die Kids als auch für Gottschalk elementar sind, fatal gegen den Show-Anspruch, ungekünstelt zu sein.“

Thomas Gottschalk: Verheerende Resonanz auf „Little Big Stars“
Foto: SAT.1/Willi Weber

Der Hamburger Magazin ‚Der Spiegel’ geht dann doch ein wenig härter mit der Sendung ins Gericht und kommentiert: „Es ist ein Graus, wie hier eine nette, von einem erfolgreichen US-Original adaptierte Showidee mit dem groben Post-Produktion-Hackebeil gemetzgert wurde.“ Dazu wird weiter erklärt: „Mitunter wirkt es, als hätte man im Schnitt die Aufzeichnung in ihre Einzelteile zerlegt und nach Belieben wieder zusammengesetzt: Eingeblendete Publikumsreaktionen wirken unnatürlich, weil sie offensichtlich ursprünglich etwas ganz anderem galten, und auch Gottschalk scheint manchmal an der falschen Stelle dazwischengetackert zu sein.“

Thomas Gottschalk: Verheerende Resonanz auf „Little Big Stars“
Foto: SAT.1/Willi Weber

Dem ‚Stern’ zufolge hatte die Show das „Flair“ einer Sitcom: „Sie wissen schon, dieses eingespielte Lachen, der falsche Applaus, der einen Glauben machen soll, das, was man da gerade sieht sei urkomisch und unterhaltsam. Das mag bei ,The Big Bang Theory’ funktionieren, aber nicht bei einer Familiensendung.“ Außerdem wird festgestellt: „Die Dialoge wirkten so einstudiert, dass Fremdschämen ein neues Niveau erreichte.“ Und am Ende wird geschlussfolgert: „Little Big Stars’ ist der Beweis dafür, dass man eine nette Idee mit Effekthascherei und schlechtem Zusammenschnitt ins Aus manövrieren kann.“

Thomas Gottschalk: Verheerende Resonanz auf „Little Big Stars“
Foto: SAT.1/Willi Weber

Dschungelcamp-Autor und „Stern“-Kolumnist Micky Beisenherz schrieben nur einen messerscharfen Satz: „Sorry, ich habe ‚Little Big Stars‘ gestern nicht ganz zu Ende gesehen – hat Gottschalk noch das Kind präsentiert, das die Sendung geschnitten hat?“

Niemand brachte es dann aber wohl so auf den Punkt wie Komiker und TV-Scharfrichter Oliver Kalkofe (51) auf Facebook. Dieser ließ dort seiner Hass-Tirade auf die Sendung mit diesen Worten freien Lauf und erklärte unter anderem: „ So eine von tauben Schimpansen in komplette Künstlichkeit kaputt geschnittene Stümperarbeit, in der sich absolut nichts mehr real oder echt anfühlt, hab ich schon lange nicht mehr gesehen…Das haben weder Gottschalk noch die Kinder verdient. Sat.1 schafft es, wirklich alles zu vergrützen – Chapeau! Fühle mich verarscht und betrogen. Willkommen in der Vergangenheit des schlechten Fernsehens. Ein Grauen…“  (CS)