Mittwoch, 26. April 2017, 17:30 Uhr

Filmkritik "Guardians of the Galaxy Vol. 2": Voller Witz und Gefühle!

Wenn Männer Fönfrisuren tragen, Schwestern sich zu Tode prügeln und ein Bäumchen names „I am Groot“ zu Electric Light Orchestra steppt… dann handelt es es sich garantiert um die „Guardians of the Galaxy“!

Filmkritik "Guardians of the Galaxy Vol. 2": Voller Witz und Gefühle!
Foto: Marvel Studios

Die durchgeknallten Herrschaften sind mit Teil 2 zurück! Der selbsternannte Star-Lord Peter Quill (Chris Pratt, 37, „Die glorreichen Sieben“, „Jurassic World“) hat Karriere im Universum gemacht. Die Gurkentruppe aus Teil 1 ist ein effektiv arbeitendes Team geworden, ihre Reputation verschafft volle Auftragsbücher quer durch alle Welten.

Eine Auftraggeber sind die Sovereign People, einem Volk von genetisch zur Perfektion veränderten Wesen – brrrh, so weit entwickelt und doch goldig-kalt erstarrt und dazu dann ganz einfach von Rocket (Stimme im Original: Bradley Cooper) zu bestehlen.

Als Bezahlung für die actionreiche Baller-Arbeit haben die Sovereign People die Killerin Nebula (die Britin Karen Gillan, 29, überzeugt!) an die Guardians übergeben, welche auch die Schwester der grünen Gamora (Zoe Saldana, 38, „Star Trek Into Darkness“) ist. Gamora will ihre Schwester ins Gefängnis bringen. Rockets Diebstahl macht aber einen Strich durch diesen Plan.

Die Anführerin der Warmduscher-Sovereign-People Ayesha (Elizabeth Debicki) verlässt kurz ihre Komfortzone und heuert die Ravagers an, den Guardians das Diebesgut wieder abzunehmen.

Filmkritik "Guardians of the Galaxy Vol. 2": Voller Witz und Gefühle!
Foto: Marvel Studios

Ausgerechnet die Ravagers, deren blauhäutiger Anführer Yondu (Michael Rooker, 62, Charakterfresse aus „The Walking Dead“ und auch hier eine Extra-Sonder-Super-duper-Klasse für sich) der Adoptivpapa vom Walkman-Liebhaber Peter Quill ist! Und obwohl beide sich mehr als einmal erfolgreich übers Ohr gehauen haben, weigert sich Yondu, seinem Ziehsohn nachzujagen.

So einen fetten lukrativen Auftrag auszuschlagen, ruft natürlich Neider und Meuterer innerhalb der Ravagers auf den Plan. Yondu verliert brutal, die Bestrafung der ihm treuen Mitglieder ist widerlich, ganz nach dem Geschmack des unterbelichteten neuen Anführers Taserface (Chris Sullivan). Und so nimmt das Abenteuer Fahrt auf.

Filmkritik "Guardians of the Galaxy Vol. 2": Voller Witz und Gefühle!
Foto: Marvel Studios

Auf der Flucht vor den unterbelichteten Rambos treffen die Guardians auf einen sehr freundlichen älteren Herren, mit dem (dezent auf seine wahre Natur weisenden) Namen „Ego“. Für den – nur auf den ersten Blick – weichgespülten Flower-Power-Hippie-Gott tobt Hollywood-Urgestein Kurt Russell (66, „The Hateful 8“, „Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser“) sich richtig aus. Ego zieht Peter schnell ins Vertrauen und gibt ihm Antworten, nach denen der Star-Lord schon sein ganzes Leben gesucht hat. Kurt Russell als Ego ist wie einst der antike Gott Zeus in der Galaxy unterwegs, immer jung, immer knackig auf dem Weg zum nächsten Abenteuer seine Gene mit anderen Spezies zu vermischen und so seine Vorstellung von Diversität im All durchzusetzen. Dabei ist er grundsätzlich als Liebhaber sehr überzeugend und der ungekrönte König der Fönfrisur. Ein Gott zu sein hat eben auch Nachteile.

Filmkritik "Guardians of the Galaxy Vol. 2": Voller Witz und Gefühle!
Foto: Marvel Studios

Peter mit seiner Sehnsucht nach Familie kommt da als hilfreicher Trottel sehr gelegen, zumal Egos „Haustier“ Mantis (bestrickend schön: die Französin Pom Klementieff, 30) nur begrenzt für Egos Ehrgeiz einsetzbar ist.

Nichts ist so, wie es scheint in „Guardians of the Galaxy Vol 2“, Schlitzohren sind ehrlich, ein Waschbär wird dauernd mit einer Ratte verwechselt und ein Bäumchen namens Groot sorgt für verlässlich gute Stimmung im Kinosessel. Die Crew ist viel netter geworden im Umgang miteinander, man kennt sich schließlich schon länger, hockt ständig im runtergerockten Schiff aufeinander und wird beschossen! Ein tolles Finale, ein großer Gänsehaut-Abgang. Und ist es nicht schön zuzugeben, von einem Waschbären, einem Baum in Babyschuhen, einem gruseligen Wrestlertypen und einem verstockten Liebespaar unterhalten worden zu sein?

Filmkritik "Guardians of the Galaxy Vol. 2": Voller Witz und Gefühle!
Foto: Marvel Studios

Fazit: Der Film hat alles, was man von gutem Popcornkino erwarten kann; viele witzige Dialoge und die komplette Bandbreite und Tiefe universeller Gefühle. Wenn das mal gutgeht!