Donnerstag, 27. April 2017, 5:50 Uhr

Wladimir Klitschkos größte Show: 90.000 im Wembley-Stadion

Kein WM-Kampf im Schwergewicht ist in den letzten Jahren so gehypet worden wie der am kommenden Samstag zwischen Weltmeister Anthony Joshua (27) und dem etwas in die Jahre gekommenen Wladimir Klitschko (41). Im Londoner Wembley Stadion steht nicht nur der IBF-Titel des Briten auf dem Spiel – es geht auch um den vakanten IBO- und den WBA-Superchampion-Titel.

Wladimir Klitschkos größte Show: 90.000 im Wembley-Stadion
Der junge ungeschlagene Champion gegen den besten Schwergewichtsboxer des letzten Jahrzehnts: Anthony Joshua (l.) und Wladimir Klitschko. Foto: RTL/ Guido Engels

Schon lange ist dieser Zusammenprall der Schwergewichte im Mekka des Sports ausverkauft: mit 90.000 Zuschauern! Weltweit wird der Kampf in über 150 Ländern übertragen, in Deutschland ist Klitschko-Sender RTL live ab 22:00 Uhr dabei. Im Interview mit RTL sprach er über die Megashow. Der Mann war mehr als ein Jahrzehnt Weltmeister, hat alles erreicht, was man in seinem Sport erreichen kann.

Dich warum quält er sich nochmal? „Ich habe nicht die Einstellung, dass ich alles erreicht habe, was ich erreichen möchte. Ein Sieg am 29. April, das ist mein Hauptziel, davon bin ich besessen.“

Wladimir Klitschkos größte Show: 90.000 im Wembley-Stadion
Training in der Tennishalle seines Stamm-Hotels „Stanglwirt“ vor seinem Kampf gegen den IBF-Champion. Foto: RTL

Die Spitze ist für ihn „Wembley mit 90.000 Zuschauern und einem Herausforderer, der absolut extravagant, interessant und stark ist“, so der Vater einer Tochter und Mann an der Seite von US-Starlet Hayden Panettiere weiter. „Diese Herausforderung macht mich morgens wach, so dass ich aufstehe und dann schon hoch aufgepumpt bin für den anstehenden Tag. Sie trägt mich im Training, wo ich mit vollen Kräften dabei bin und wirklich Vollgas gebe.“ Klitschko glaubt ,die Tendenz gehe dahin, dass Sportler auch in einem höheren Alter noch gut performen können. „Ich bin deshalb davon überzeugt, dass irgendwann jemand den Rekord von George Foreman knacken und mit 45 oder sogar 50 Jahren Weltmeister im Schwergewicht bleibt oder wird. Irgendwann wird das passieren, aber wer das sein wird? – schauen wir mal. Mein Ziel ist es nicht, denn ich genieße den Moment. Was morgen oder in fünf Jahren sein wird, kann ich nicht sagen.“

Wladimir Klitschkos größte Show: 90.000 im Wembley-Stadion
Wladimir Klitschko ist bereit, als Herausforderer gegen seinen jungen Kontrahenten anzutreten und sich den Schwergewichtsgürtel zu holen. Foto: RTL/ Niklas Wolter

Klitschko wolle am Samstag „den Ring als Sieger verlassen – egal, was es mich kostet.“ Es könne auch wehtun, so der 1,98m Hüne. „An Schmerzen kann man sich irgendwie schon gewöhnen. Ich habe diese Erfahrung auch schon gemacht und stelle mich auf einen schwierigen Kampf ein. Wie schwierig das sein wird, liegt allein an mir.

Der Kampf am Samstag entscheidet wohl tatsächlich über die Zukunft des Ukrainers. Wie wichtig ist ihm also sein Team auf dem Weg zurück an die Spitze? „Es gab nach der Niederlage im November 2015 natürlich viele Fragen. ‘Du solltest dein Team austauschen‘, hörte ich. ‘Die sind daran schuld, dass du einen Misserfolg gehabt hast. Der Coach war der Falsche, der Koch war der Falsche, der Physiotherapeut war der Falsche oder der Assistent war der Falsche.‘ Wir waren sehr erfolgreich für eine sehr lange Zeit und auch für einen gewissen Sinn. Und ich habe ganz klar entschieden, dass es keine Veränderungen im Team geben wird.“

RTL überträgt den Kampf im Wembley Stadion ab 22.00 Uhr. Moderator ist Florian König. Prominente Experten an seiner Seite sind die beiden ehemaligen Schwergewichtsweltmeister Lennox Lewis (Großbritannien) und Evander Holyfield (USA). Kommentator ist Stefan Fuckert, die Interviews am Ring führt Laura Wontorra. In einer Wiederholung zeigt RTL den Kampf des Jahres noch einmal am Sonntag, 30. April, ab 11.30 Uhr.