Freitag, 05. Mai 2017, 0:27 Uhr

Lil Yachty: Darf ein Rapper glücklich sein?

Rapper Lil Yachty ist gerade in aller Munde. In Europa ist der 19-Jährige noch gar nicht soooo bekannt, in den USA gehört er aber zu der Generation an jungen Rappern, die als die Superstars von Morgen gehandelt werden. Lil Yachty, auch Lil Boat genannt, wurde vor Kurzem vorgeworfen, er zerstöre Hip Hop. Dieser Diss sagt Bände über das Selbstbild aus, das viele Rapper der ersten Stunde noch haben.

Lil Yachty: Darf ein Rapper glücklich sein?
Foto: Derrick Salters/WENN.com

Hip Hop hatte lange Zeit das Image, die Musik des Ghettos zu sein. Egal wie arm man war, man brauchte nur seinen Hände um einen Beat zu klopfen und schon konnte man anfangen zu rappen. Für viele war und ist Rap ein Ventil, um den Frust und auch die Wut über die Ungerechtigkeiten des Lebens rauszulassen.

Dieses thematisch relativ negative Image des schwarzen Underdogs bestimmt Hip Hop für sehr lange Jahre. Jetzt steht jedoch ein Wandel vor der Tür.

Lil Yachty ist einer der Newcomer, die für diesen Wandel stehen. Er sagt, dass er glücklich ist und keinen Grund hat sich zu beschweren. Er will auch keine anderen Rapper dissen, die streng genommen seine Konkurrenten sind, aber eben auch seine Freunde. Und auf seinem Albumcover ist nicht er mit einer nackten Frau oder einer Knarre. Sondern er, inmitten von Außenseitern. Auf dem Cover von „Teeange Emotions“, das am 26. Mai rauskommen soll, ist unter anderem ein schwules Pärchen, ein übergewichtiges Mädchen, eine Punkerin, eine Frau mit der Weißfleckenkrankheit und ein Albinoboy. Seine Botschaft ist Selbstliebe.

In der HipHop-Talkshow „Everyday Struggle“ warf der Rapper Joe Budden (36) ihm aber genau alle diese Dinge als „Medientraining“ vor. Und auch, dass er Lil Yachty nicht glaube, dass „er immer glücklich ist, in diesem Business“. Seine Kritik brachte Joe auf Twitter jetzt den fiesen, aber wahren Spitznamen „Der Grinch des Hip Hop“ ein. Seht hier die lustigsten Tweets. Dieser Streit zeigt sehr gut, wie Hip Hop sich gerade verändert und immer weniger „nur“ die Musik des Ghettos ist. (LK)