Freitag, 05. Mai 2017, 20:22 Uhr

Adele: Die Königin feiert ihren 29. Geburtstag

Kräftige Stimme, eingängige Songs, mehr Moll als Dur und reichlich Selbstironie. Die britische Sängerin und Songwriterin Adele ist längst ein mega mega Weltstar. Heute wird sie 29.

Adele bei der Grammy-Verleihung 2017 mit ihren fünf Awards. Foto: Chris Pizzello/Invision
Adele bei der Grammy-Verleihung 2017 mit ihren fünf Awards. Foto: Chris Pizzello/Invision

Sie war die große Gewinnerin der Grammy-Awards im Februar in Los Angeles. Gleich fünf der wichtigsten Musikpreise nahm sie am Ende mit nach Hause. So wurde Adele für die Single „Hello“ in den beiden Hauptkategorien „Aufnahme des Jahres“ und „Song des Jahres“ ausgezeichnet. Ihr Album „25“, bereits Ende 2015 erschienen, wurde zudem zum besten des Jahres gekürt. In ihrer Dankesrede würdigte Adele dann unter Tränen ihre Konkurrentin, die amerikanische R&B-Sängerin Beyoncé. „Die Künstlerin meines Lebens ist Beyoncé“, sagte sie. „Das „Lemonade“-Album ist so monumental.“

Schon vor der Show waren Adele zwei weitere Preise für die beste Pop-Solo-Performance und das beste Pop-Vocal-Album zuerkannt worden. Wohin mit all den glänzenden Trophäen in Form eines kleinen Grammophons? Im Laufe ihrer Karriere kommt Adele inzwischen auf nicht weniger als 15 Grammys – und jede Menge weitere Auszeichnungen.

Wie auch schon im Vorjahr hatte Adele, die heute 29 wird, bei ihrem Live-Auftritt bei der Grammy-Gala wieder mit Tonproblemen zu kämpfen. Nach etwa einer Minute war sie mit ihrem Auftritt zum Gedenken an den im Dezember 2016 gestorbenen Landsmann George Michael unzufrieden. Sie stoppte ihre Interpretation seines von Streichern begleiteten Song „Fastlove“ und sagte: „Ich kann das nicht versauen, seinetwegen.“ Dann setzte sie neu an. Am Ende standen ihr Tränen in den Augen, die Zuschauer im Staples Center von Los Angeles applaudierten im Stehen.

Gleich mit ihrem ersten Album „19“ hatte es Adele ganz nach oben geschafft. Mit großer Stimme und so glaubwürdigen wie emotionalen Texten eroberte sie 2008 international Herzen und Hitlisten. „19“ entwickelte sich zu einem Millionenseller.

Die britische Presse geizte damals nicht mit Superlativen: „Die Stimme des Jahres“ befand das „Q Magazine“. „Momentan die heißeste Platte der Welt“, urteilte Radio 1. Die BBC kürte die damals 19-jährige Londonerin kurzerhand zum Newcomer des Jahres. Bei den Brit Awards wurde indes sogar eigens eine neue Kategorie eingeführt, um die junge Sängerin auszuzeichnen, der Kritikerpreis.

Mit ihrem Debütalbum „19“ hat Adele das Attribut „sweet“ – das Reizende und Freundliche – zurück in den Soul gebracht. Aufreizend und verwegen, wild und ungestüm zu sein, das überlässt die Künstlerin anderen. Mit ihrem zwischen Pop und Soul angesiedelten Album „21“ gelang ihr dann endgültig der weltweite Durchbruch. Damit landete sie unter anderem im Vereinigten Königreich, in den USA und auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf der Eins der Charts.

Nachdem Adele für den Bond-Titelsong „Skyfall“ (2012) auch noch einen Oscar gewonnen hatte, kündete sie eine Kreativpause an, um sich mehr ihrer Familie widmen zu können. Im Oktober 2012 war die Sängerin Mutter eines Sohnes geworden. Mit „25“ kehrte sie schließlich Ende 2015 fulminant zurück.

Ihre Musikalität hat sie nach eigenem Bekunden nicht von zu Hause mitbekommen – ihre Eltern seien komplett unmusikalisch. Ihre Mutter war noch ein Teenager, als Adele am 5. Mai 1988 im Londoner Stadtteil Tottenham zur Welt kam. Zeitweise erzog die junge Mutter ihre Tochter allein.

Als Kind sang Adele Spice-Girls-Hits nach und trat vor Freunden auf. Mit etwa 14 Jahren hielt sie auf Einladung eines Familienfreundes zum ersten Mal ein Mikro in der Hand und nahm einen Blondie-Coversong auf. Später ging sie dann auf die „London School for Performing Arts and Technology“ in Croydon – die Schule, in der auch Amy Winehouse, Leona Lewis, Katie Melua, Jesse J und viele andere Talente lernten und gleichzeitig ihre Stimmen ausbauten.

Was ihr Privatleben angeht ist Adle – wie viele Stars – ausgesprochen zurückhaltend. In ihrer Grammy-Rede dankte sie aber „meinem Manager, meinem Ehemann, meinen Sohn – Ihr seid diejenigen, warum ich das alles tue.“ Zuvor waren wochenlang Gerüchte im Umlauf gewesen, die Sängerin habe ihren Langzeitfreund Simon Konecki heimlich geheiratet. Das ist nun bestätigt. (Bettina Greve, dpa)