Dienstag, 09. Mai 2017, 11:23 Uhr

Marionetten-Theater: Jetzt spricht Xavier Naidoo

Musiker Xavier Naidoo (45) äußert sich jetzt erstmals zu dem Song „Marionetten“, den er mit den Söhnen Mannheims produziert hat und der in den letzten Tagen zu vielen Diskussionen geführt hatte.

Marionetten-Theater: Jetzt spricht Xavier Naidoo
Foto: Patrick Hoffmann/WENN.com

Darin nennt er Politiker u.a. „Volksverräter“ und „Volks-in-die-Fresse-Treter“ . Schnell wurde er immer tiefer in die rechte Ecke geschoben nun äußerte sich der Sänger auf seiner Facebook-Seite erstmals selbst, nachdem gestern ein Treffen mit Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz stattfand. Der forderte zuvor eine Stellungnahme der Söhne Mannheims. Ein Wort der Entschuldigung sucht man allerdings vergeblich.

In dem Text heißt es: „Nach dem Treffen mit dem Oberbürgermeister und den Söhnen Mannheims habe ich das Gefühl, noch einmal das Wort für die Kunst ergreifen zu müssen.“ Der Song „Marionetten“ habe zu hitzigen Diskussionen geführt, so Naidoo weiter. „Einzelne Fragmente oder Satzteile wurden hier – teilweise aus dem Kontext gerissen – bewertet, gedeutet und heftig kritisiert. Damit kann ich gut leben – gerade als Musiker, für den Kunst- und Meinungsfreiheit eines der höchsten Güter überhaupt ist. Dennoch ist es schade, dass in der Diskussion über diesen Song teilweise Unterstellungen wiederholt werden, zu denen es meinerseits zahlreiche Klarstellungen und unmissverständliche Dementis gab.“

Es handele ich bei dem Track „um eine zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen, also um die Beobachtung bestimmter Stimmungen, Auffassungen und Entwicklungen, dies im Rahmen einer künstlerischen Auseinandersetzung bewusst überzeichnet.“, so der Sänger weiter. „Das mag missverständlich gewesen sein, daher ist mir folgendes wichtig: Die Söhne Mannheims und ich stehen für eine offene, freiheitliche, liberale und demokratische Gesellschaft, in der viele Kulturen gemeinsam zusammenleben und in der es allen Menschen möglichst gut geht. Das ist mir wichtig und dafür lohnt es sich einzustehen. Wir erleben derzeit leider eine Phase, in der viele Menschen zumindest das Gefühl haben, dass es ihnen nicht mehr ganz so gut geht oder dass sie nicht mehr ‚mitgenommen‘ werden von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Das ist gefährlich und kann zu Extremismus führen. Und der ist nie gut.“

Xavier Naidoo stellt an anderer Stelle klar: „Ich widerspreche daher auch jeglicher Instrumentalisierung meiner Musik und Texte durch entsprechende politische Gruppierungen. Ich gebe keinem meine Stimme, sondern erhebe meine eigene mit den Mitteln meiner Kunst.“