Donnerstag, 11. Mai 2017, 16:02 Uhr

Xavier Naidoo ist "ein Wirrkopf, aber kein Neonazi"

Xavier Naidoo und seine Band Söhne Mannheims bleiben in den Schlagzeilen. Sie sehen sich seit kurzem dem Vorwurf des Rechtspopulismus ausgesetzt. Nur selten springt ihnen derzeit jemand zur Seite wie ein berühmter Kollege jetzt.

Xavier Naidoo ist "ein Wirrkopf, aber kein Neonazi"
Heinz Rudolf Kunze beschiwchtigt. Foto: Rolf Vennenbernd

Sänger Heinz-Rudolf Kunze („Dein ist mein ganzes Herz“) hat seinen Musikerkollegen Xavier Naidoo wegen des umstrittenen Textes zum Lied „Marionetten“ in Schutz genommen. Naidoo sei kein besonders kompetenter politischer Sänger, sagte Kunze der „Leipziger Volkszeitung“ (heutige Ausgabe). „Sobald er sich in politisches Fahrwasser begibt, halte ich ihn für einen ziemlichen Wirrkopf, aber nicht für einen Neonazi.“ Er halte den Liedtext für einen „poetischen Ausrutscher“, so Kunze.

Auch Comedian Michael Mittermeier äußerte sich auf Facebook, schrieb zu der Auseinandersetzung gestern: „Ich teile nicht alle Verschwörungstheorien und Ansichten von Xavier, aber als Freund habe ich ihn als ewig Suchenden erlebt und selbst gesehen was er lebt, und darauf kommt es an. Außerdem, ich habe mir mal alle seine Lieder von ihm durchgehört, und es ist schwer darin überall den Hass zu finden, meist nur Liebe Liebe Liebe Liebe Liebe Liebe Liebe Liebe Liebe Liebe Liebe Weg Liebe Liebe Liebe… nach 200 Liedern hatte ich so einen Hass – Tschuldigung…“

Xavier Naidoo ist "ein Wirrkopf, aber kein Neonazi"
Michael Mittermeier beruhigt. Foto: Patrick Hoffmann/WENN.com

Naidoo und seine Band Söhne Mannheims sehen sich dem Vorwurf des Rechtspopulismus ausgesetzt, unter anderem wegen kritischer Zeilen über Politiker in ihrem neuen Lied „Marionetten“. Anfang der Woche hatte es deswegen ein Krisentreffen zwischen der Stadt Mannheim und der Popband gegeben – Naidoo hatte danach mitgeteilt, dass das Lied zugespitzt und möglicherweise missverständlich sei.

Die Radiosender NDR 2 und Bremen Vier distanzierten sich von Konzerten mit Naidoo. (dpa/KT)