Freitag, 12. Mai 2017, 22:14 Uhr

Mac DeMarco: Ist das der Indiepop-Sound des Sommers?

Der wohl schönste Indiepop-Sound dieses Sommers stammt von Mac DeMarco, einem freundlichen Burschen mit ultra-entspannten Songs. Aber man sollte den jungen Kanadier nicht unterschätzen.

Mac DeMarco: Ist das der Indiepop-Sound des Sommers?
Mit dem Kanadier Mac DeMarco ist zu rechnen. Foto: Coley Brown

Manche nennen ihn etwas herablassend „die singende Zahnlücke“, für andere ist er ein dauergrinsender Kiffer (letzteres bestreitet der Herr aber) oder aber designierter Nachfolger von Beck, Paul Simon und Brian Wilson. Die Kritiker sind sich nicht einig, ob sie den Kanadier mit der Zahnlücke als Songwriter ernstnehmen oder als Internetphänomen mit hohem Spaßfaktor abtun sollen.

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„Ich war zu faul, die E-Gitarre zu holen und einzustöpseln. Es war leichter, einfach eine Akustikgitarre zu nehmen, die sowieso herumlag“ – mit diesem für die Faulpelz-Variante sprechenden Satz hat DeMarco dem „Rolling Stone“ erklärt, warum er jetzt ein sehr reduziertes Album ohne seine Fender Stratocaster eingespielt hat. „This Old Dog“ stützt aber auch die These, dass der 27-Jährige eine prägende Indiepop-Figur der nächsten Jahre werden könnte.

Fast schon aufreizend tiefenentspannt singt und musiziert sich DeMarco durch 13 Lieder, die den luxuriösen Westcoast-Pop der 70er Jahre ebenso streifen wie sonnige Soul- oder Bossa-Grooves und die Slacker-Attitüde der 90er Jahre. Das klingt aus der Zeit gefallen und zugleich zeitlos. Akustikgitarre, Mundharmonika, Piano, Drum-Machine und Uralt-Synthesizer prägen den Sound dieses dritten Studioalbums seit 2012, das dem jetzt in Los Angeles lebenden Sänger den internationalen Durchbruch bescheren dürfte.

Denn eine schönere, auch qualitätvollere Sommer-Platte, mit relaxten Liedern wie „My Old Man“, „On The Level“, „Dreams From Yesterday“ oder „Baby You’re Out“, dürfte 2017 kaum erscheinen. Dies ist Folk für stilvolle Gartenpartys – und doch haben manche DeMarco-Songs genug Widerhaken, um zu irritieren, wie das lärmig ausfransende „Moonlight On The River“. Man sollte also nicht so sicher sein, dass sich dieser hoch talentierte Musiker auf die Rolle des Gute-Laune-Bären reduzieren lässt.

Konzerte im November: Livetermine für Mac DeMarco in Deutschland: 07.11. Hamburg (Grünspan), 08.11. Berlin (Astra), 10.11. Köln (Kantine)