Montag, 15. Mai 2017, 21:45 Uhr

Filmkritik "Alien Covenant": Nicht reingehen! Reinrennen!

Ein Alien, ein Raumschiff und eine Crew! Heraus kommt der bildgewaltige Horrorschocker „Alien: Covenant„. Am Donnerstag (18. Mai) startet das neue Sci-Fi-Drama von Ridley Scott in den deutschen Kinos.

Filmkritik "Alien Covenant": Nicht reingehen! Reinrennen!
Foto: Twentieth Century Fox

Die Kolonisation des Weltraums schreitet voran. Die Covenant ist so ein Kolonisationsraumschiff und auf dem Weg zu einem Planeten, der ein schönes neues Leben verheißt. Alle Menschen an Board schlafen. Der einzig Wache ist der Android Walter (einfach genial: Michael Fassbender, 40, „Jane Eyre“, „12 Years a Slave“). Walter kümmert sich auch um das Aufladen der riesigen Energie-Segel, denn bis zum erwarteten Reiseziel werden noch mehr als sieben Jahre vergehen. Ein kosmischer Sturm sorgt für eine Planänderung der Reise. Die Crew erwacht unter katastrophalen Umständen vor der Zeit aus ihrem Hyper-Kälte-Schlaf. Geschockt über die Umstände des Unfalls nehmen sie die Herausforderung an und reparieren das Schiff und sondieren die nächste Umgebung im Weltraum.

Vor der Nase der Covenant liegt ein Planet, der zu schön ist, um wahr zu sein. Noch dazu empfängt die Crew in diesem 6. Alien-Filmabenteuer (dem Sequel von ‚Prometheus‘, dem Prequel von ‚Alien‘) ein rudimentäres Signal. Der Ursprungsort steht aber fest: es kommt von dem Planeten, der perfekt für die Erschaffung und Besiedlung von neuem Lebensraum wäre (ein Schelm, wer dabei schon an Sigourney Weaver denkt). Captain Christopher (auch toll Billy Crudup, 49, „Eat Pray Love“, „Spotlight“), ein schwacher Anführer, stellt ein Forschungsteam zusammen und schon bald kraxeln die Terraforming-Spezialistin Daniels (Katherine Waterston, 37, „Taking Woodstock“, hat den wohl schwersten Part, denn sie muss den Vergleich mit der wunderbaren Sigorney Weaver bestehen), der Android Walter und andere Kollegen über den Planeten auf der Suche nach dem Ursprung des Signals.

Filmkritik "Alien Covenant": Nicht reingehen! Reinrennen!
Foto: Twentieth Century Fox

Sie werden es finden und nicht nur das: Ein Crewmitglied nach dem anderen tappt in die Falle auf dem dem Horror-Planeten. Wer Grusel liebt, der ist hier goldrichtig. Auf diesem fremden Planeten werden sich Abgründe auftun, soviel steht fest. Vertrauen und Verrat, das Verhältnis von Schöpfer und Schöpfung ist das übergeordnete Thema, auf das Ridley Scott immer wieder verweist. Dazu gesellen sich zentrale Aspekte der Menschheitsgeschichte wie Vertrauen und Verrat.

Meisterhaft verwebt Regisseur Ridley Scott alles miteinander und schafft eine opulente und auch tragfähige Brücke zwischen den längst zu Klassikern gewordenen Filmen der Alien-Reihe von 1976 bis heute.

Filmkritik "Alien Covenant": Nicht reingehen! Reinrennen!
Foto: Twentieth Century Fox

Fazit: Zwei Extra-Bienchen (für jede Rolle eins) gehen an Michael Fassbender als Android Walter/David. Neugierig macht auch der so eindrucksvoll wie kurze Cameo-Auftritt als Captain der Covenant von James Franco, dessen Abenteuer sicher im nächsten Alien-Film genauer erzählt werden. Fans der Alien-Saga haben keine Wahl: sie werden hingehen müssen.

Für alle zukünftigen Fans: „Alien Covenant“ ist ein guter Einstieg in das Alien-Universum. (KW)