Mittwoch, 24. Mai 2017, 13:01 Uhr

Wacken: Hier bauen sie eine Bier-Pipeline für Heavy-Metal-Fans

Bier gehört zum Wacken-Festival ebenso dazu wie laute Musik. In diesem Jahr kommt der Gerstensaft auf einem besonderen Weg. Obwohl die Fans viel trinken, gilt das Festival als „zumeist ausgelassen und friedlich“.

Das Heavy Metal Festival im schleswig-holsteinischen Wacken bekommt eine Bier-Pipeline. Knapp zweieinhalb Monate vor dem Start des „Wacken Open Air“ werden in Äckern und Feldern am Rande des beschaulichen Dorfes Leer-Rohre verlegt. Durch sie laufen Strom- und Glasfaserkabel, fließen Trinkwasser und Abwasser, und auch hektoliterweise Bier.

Rund 400.000 Liter Gerstensaft rinnen bei dem Festival jedes Jahr durch durstige Kehlen. Vorteil der Pipeline: „Dadurch müssen auf dem Gelände keine Fässer mehr mit schweren Lastwagen verteilt werden“, erklärte W:O:A-Gründer Holger Hübner am Dienstag. Die neue Pipeline werde vor allem gebaut, weil sie „nachhaltig ist und den Boden schont“, sagte Sprecherin Frederike Arns. Unter anderem werde der Boden nicht jedes Jahr neu aufgerissen, um Strom- und Glasfaserleitungen zu verlegen.

Das W:O:A gilt als weltgrößtes Heavy Metal Spektakel. Aus den Anfängen vor 20 Jahren mit Familienfestcharakter ist ein hochkommerzielles Event geworden. Jedes Jahr reisen etwa 75.000 Fans aus aller Welt an und machen das betuliche Wacken zum internationalen Zentrum der Hardrock-Szene. In diesem Jahr sollen auf dem Festival-Gelände am Rande des 1850-Seelen-Dorfes vom 3. bis zum 5. August 150 Bands auftreten. Die bekanntesten sind den Angaben zufolge Volbeat, Amon Amarth, Kreator, Accept und Megadeth.

Die Fans in Wacken trinken viel, gelten bei Polizei und Rettungskräften aber als „zumeist ausgelassen und friedlich“. Nach Angaben des Hamburger Unternehmens „Statista“ tranken die Heavy Metal-Fans auf dem W.O.A. 2011 im Schnitt 5,1 Liter Bier. Beim Musikfestival „Rock am Ring“ kamen die Besucher auf 3,1 Liter.

Auch die Drainage des Geländes wurde verbessert. Damit sollen bei Starkregen die häufig riesigen Pfützen verhindert werden, sagte Hübner: „Aber niemand muss Angst haben, dass es dann keinen Matsch mehr gibt.“ Auf rund eine Million Euro bezifferte er die Gesamtinvestition.