Sonntag, 28. Mai 2017, 9:42 Uhr

Helene Fischer: Das gellende Pfeifkonzert-Desaster von Berlin

Nix mit Jubelchören: Das Produkt Helene Fischer muss wohl zur Kenntnis nehmen, dass sie nicht überall gefeiert wird, wo sie hingesteckt wird. Zweite Erkenntnis: DFB-Pokale ist nicht Super-Bowl. Die Fischer-Karawane zog nun vom Finale von ‚Germany’s next Topmodel’ weiter ins Berliner Olympiastadion zum DFB-Pokalfinale zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund.

Helene Fischer: Das gellende Pfeifkonzert-Desaster von Berlin
Ganz schön tapfer: Helene Fischer singt gegen eine Mauer aus Piffen an. Foto: picture alliance / Arne Dedert/dpa

In der Halbzeitpause des Spiels, das am Samstagabend mit 2:1 für die Borussen ausging, erwartete die 32-Jährige ein gnadenloses gellendes Pfeifkonzert. Entsprechend war auch der Shitstorm im Netz. Selbstverständlich gab es da auch ermunternde Kommentare in den Sozialen Medien für die Sängerin.

Hier einige Pressekommentare, verbunden mit einem Überblick des Ereignisses:

„Ihr neuer Smash-Hit sei wohl „gellendes Pfeifkonzert“, meint ein Twitter-User. Ein anderer merkt an, die Fußballfans mögen „dieses Productplacement“ wohl nicht. In den sozialen Medien wurde Helene Fischers Auftritt in der Halbzeitpause des DFB-Pokalfinales an diesem Wochenende ausgiebig diskutiert – allerdings wenig positiv.“ (Stern)

UPDATE: Helene Fischer ausgepfiffen: Jetzt soll eine Wette dran Schuld sein?

Das hat sich der Schlager-Star bestimmt ganz anders vorgestellt. Vor ihrem Auftritt schrieb Helene noch auf Instagram: ‚Ich bin sehr stolz darauf, dass ich mit meinem Auftritt im Rahmen des Pokalfinales ein Teil dieses Fußballfestes werden darf.‘“ (Bild, ungewohnt mild)

„Das Medley, das der Schlagerstar zum Besten gab, kam jedoch bei einem Großteil der knapp 75.000 Fans im Stadion nicht gut an. Viele Anhänger begleiteten das Konzert mit anhaltenden Pfiffen, nach dem Ende der Darbietung schwoll das Pfeifkonzert zu einem lauten Crescendo an, während Fischer ungerührt ‚Danke schön Berlin!‘ rief.“ (…) „Die ARD, die eigens die Tagesschau-Sendung verkürzt hatte, um Fischers Minikonzert live zu übertragen, regelte offenbar den Ton herunter, um den Zuschauern an den Fernsehern die Reaktion des Berliner Publikums zu ersparen.“ (Spiegel)

Die ‚Welt‘ schreibt unter der Überschrift „Helene Fischer brutal ausgepfiffen – TV regelt Ton runter“: „Es war abzusehen. Fußball- und Eventkultur, das soll sich nicht vertragen, und so war gerade den Traditionalisten unter den Fußballfans die erstmals durchgeführte Halbzeit-Show im Endspiel um den DFB-Pokal ein Dorn im Auge.“

Die Fans hatten einfach keine Lust auf einen solchen Showact, der in den USA bei Sportveranstaltungen wie dem Super Bowl zum Programm gehört.“ (RP Online)

‚Sport1‘ will den Grund für das Desaster ausgemacht haben: „Die Pfiffe für die Entertainerin kamen in erster Linie aus dem Frankfurter Fanblock – überraschend waren sie nicht. Auf der Facebook-Seite „Traditionsvereine“ war angekündigt worden, dass die rund 30.000 anwesenden Eintracht-Anhänger ihrem Unmut über den Auftritt hörbar Luft machen würden. (…) Grund für die Ablehnung ist unter anderem, dass Fischer als BVB-Sympathisantin gilt. Mehrfach hat sie sich schon im Trikot und mit Fan-Schal des BVB gezeigt. (…) Die Pfiffe galten allerdings auch dem DFB, der den Fußball immer mehr als Show verkauft.“

Erbost waren Fußballfans auch über Fischers Einladung in den ‚Sportschau Club‘, der dem Finale folgte. ‚Was hat sie da verloren. Hat der Pausenauftritt nicht gereicht?,‘ fragt ein Twitter-Nutzer garstig.“ (Huffington Post)

Und was sagt Fischer selbst? Die gab sich gewohnt diplomatisch. In der ARD-Sendung „Sportschau Club“ erklärte sie kurz und knapp: „Ich durfte schon zwei Mal in diesem wunderschönen Stadion spielen. Musik verbindet – und es gibt immer welche, die ich damit berühren kann und manche eben nicht.“ Genau. (PV)