Montag, 29. Mai 2017, 9:32 Uhr

Helene Fischer zum Berliner Desaster: "Hätte ich das vorher gewusst, dann..."

Helene Fischer sang am Samstag beim Pokalfinale und bekam Pfiffe statt Applaus. Der DFB will den Eklat im Berliner Olympiastadion „analysieren“. Die Sängerin selbst gibt sich aber erstaunlich locker und bodenständig – den Auftritt hat sie innerlich offenbar schon abgehakt.

Helene Fischer zum Berliner Desaster: "Hätte ich das vorher gewusst, dann..."
Foto: RTL/ Andreas Friese

Die 32-Jährige hat ihren Auftritt beim DFB-Pokalfinale am Samstag, bei dem sie minutenlang von tausenden Fußballfans ausgepfiffen wurde, für sich persönlich wohl weitgehend abgehakt. „Da muss ein Musiker vielleicht auch mal durch“, sagte sie am Sonntagabend in der RTL-Sendung „Mensch Gottschalk“. „Ich hab mir so ’ne dicke Haut in den letzten Jahren (zugelegt) und seit gestern sind auch noch Haare gewachsen.“

Wie sie das lautstarke, anhaltende Pfeifkonzert im Berliner Olympiastadion bei ihrem Live-Auftritt empfunden hat, beschrieb sie am Sonntagabend dann später so: „Da zu stehen als Künstlerin und die geballte Testosteron-Power zu spüren, das war schon…“ Wirklich böse könne sie den Fußballanhängern nicht sein, betonte sie. „Ich hab das aber gar nicht als so schlimm empfunden.“ Die Pfiffe der Fußballfans bezog sie auch nicht auf sich alleine: „Da ist ein Groll da, die wollten keine Unterhaltung.“ Und dann fügte sie an anderer Stelle hinzu: „Hätte ich das im Vorfeld gewusst, wäre ich nicht dabei gewesen.“

Medienwissenschaftler Jo Groebel sagte heute der ‚Heilbronner Stimme‘ zu der Halbzeitshow in Bezug auf die Spektakel beim Super-Bowl-Finale: „Deutschland ist nicht Amerika, da sind die Pausen viel länger, und es gibt eine andere Unterhaltungskultur. Die Veranstalter gehen ein hohes Risiko mit Auftritten wie von Helene Fischer in der Pause des Pokalfinales oder von Anastacia bei Bayern München ein. Wenn es nicht 100-prozentig passt, wendet sich die Idee ins Gegenteil. Es schadet dann den Künstlern und den Vermarktern.“ Der deutsche Sport und selbst der Fußball werden doch immer noch etwas purer gesehen, so Groebel weiter. „Da nehmen sehr viele Fans die Showacts als überflüssig und gar sehr störend wahr. Wenn die Sportbegeisterten dann nicht mal zur Fangruppe der Stars gehören, geht das Ganze schnell nach hinten los.“

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat jedenfalls am gestrigen Sonntag angekündigt, Showeinlagen in der Halbzeitpause zu überdenken. „Wir analysieren nach jedem Pokalfinale die Abläufe, das werden auch in diesem Jahr tun. Danach entscheiden wir, was wir beibehalten oder verändern“, teilte der DFB am Sonntag mit. (dpa/KT)

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Foto: RTL/ Andreas Friese