Dienstag, 30. Mai 2017, 22:20 Uhr

Filmkritik "Baywatch": Knappe Badeanzüge und jede Menge angespülte Leichen

Der weltbeste aller Bademeister ist ab 1. Juni mit ‚Baywatch‘ zurück und im Schlepptau „Mr. High School Musical“ Zac Efron höchstpersönlich! Mitch Buchannon (Dwayne Johnson, 45, „Die Zahnfee“) ist Bademeister am Traumstrand von Malibu.

Filmkritik "Baywatch": Knappe Badeanzüge und jede Menge angespülte Leichen
Foto: Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions

Er liebt seine Arbeit, die weit mehr ist als nur ein Job. Sein Team von Rettungsschwimmern ist handverlesen und so soll es auch bleiben. Das Team teilt die Einstellung vom Chef. Den perfekten Strand und die Besucher zu bewachen ist eine ernsthafte Sache. Sportler und Badegäste sind oft so unverantwortlich! Genau so ein Heißsporn (sagt man das heute noch?) ist der Schnösel von Neuzugang. Gegen den ausdrücklichen Protest von Mitch muss er diesen selbstverliebten Typ ins Team aufnehmen. Geht es noch herrlicher? Zwei Alpha-Männchen, die sich nicht ausstehen können und miteinander klarkommen müssen? Mr. „Haarpomade-satt“ ist Matt Brody (Zac Efron, 29, singt nicht, wird dafür mit allen gewesenen, aktuellen und zukünftigen Boygroupnamen angesprochen), ein gesunkenes Schwimm-Sternchen mit Hang zum dramatischen Auftritt wird quasi als PR-Maskottchen verpflichtet.

Frech und aufmüpfig geht es von einem Schlagabtausch in den nächsten. In den „Kampfpausen“ der beiden Streithammel wird nebenher die Baywatch-Story vom Drogenhandel am Strand im großen Stil erzählt, denn nur mit Kabbeleien und Frauen in roten Einteilern wird ja auch kein Baywatch-Film fertig. Summer (Alexandra Daddario) ist eine der Schönheiten mit Rettungsboje und sie ist eindeutig an dem Neuen interessiert. Wer hätte das gedacht!?

Überhaupt wird sich viel verliebt und dann doch nichts unternommen. Es gibt Sehnsüchte, Eifersüchteleien, peinliche Verstrickungen, heroische Anfälle und das Meer rauscht dazu. Wer hier Tiefgang erwartet, wird enttäuscht, aber wer erwartet das von „Baywatch“ schon? Das Drogenkartell ist währenddessen fleißig am Aufbau. Immer wieder werden Tote angespült und die Polizei unternimmt nichts. Wer soll es denn auch anderes richten, wenn nicht Bademeister Mitch und seine Bande?

Filmkritik "Baywatch": Knappe Badeanzüge und jede Menge angespülte Leichen
Foto: Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions

Es gibt eine Szene, die dem echten ersten Mitch (David Hasselhoff) einen Cameo-Auftritt wert war. Die beiden Mitches stehen sich in einem Laden (Hilfe, ein geschlossener Raum!) gegenüber und David Hasselhoff fragt entsetzt: „Du trägst Schuhe?!?“ Was für ein Vorwurf – und was für Schuhe! „Baywatch“ macht Spaß, ist ein Gute-Laune-Film, die Handlung ist selbstverständlich überflüssig.

Fazit: Das muss man erstmal wuppen: Um an David Hasselhoff und Pamela Anderson vorbeizukommen, braucht es mehr als eine Persiflage der US-Kultserie. Experiment gekonnt gelungen! (KW)

Filmkritik "Baywatch": Knappe Badeanzüge und jede Menge angespülte Leichen
Foto: Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions
Foto: Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions
Foto: Paramount Pictures, Montecito Picture Company, FlynnPicture Co., and Fremantle Productions