Freitag, 02. Juni 2017, 15:10 Uhr

Größen-Wahn: Dieses H&M-Kleid erregt die Gemüter

Drei Größen zu klein: H&M erlebt gerade einen echten Shitstorm. Der Grund ist dieses Kleid. Denn diese junge Frau trägt normalerweise eine Kleidergröße 40, bei dem schwedischen Modegiganten passte sie aber nicht mal in eine Größe 44. Eine Erfahrung, die anscheinend schon viele Damen machten.

Größen-Wahn: Dieses H&M-Kleid erregt die Gemüter
Foto: LowriByrne/Facebook

Es war nur ein kleines Posting auf Facebook am 25. Mai, das den Shitstorm auslöste. Die englische Studentin Lowri Byrne (22) postete ein Bild von sich aus der Umkleidekabine von H&M. Darauf trägt sie ein blaues Mini-Kleid mit eingelassenen Stangen zur Stütze. Dazu schrieb sie: „Bitte sortiert eure Kleidergrößen neu, das ist absolut lächerlich. Normalerweise trage ich Größe 40 und heute musste ich im Geschäft nach einer 46 fragen.“ Weiter sagt sie, dass sie in der Größe 44 „kaum atmen konnte“. „Als ich nach dem Kleid fragte, sagte der Verkäufer gleich: ‚Ach ja, da musst du ein paar Größen drauf geben.‘ Eine paar Größen?! Drei bis vier Größen mehr – das sehen Sie wohl, dass Sie dieses Problem lösen müssen!“

Obwohl Lowris privates Profil nur eine sehr geringe Reichweite hat, wurde ihre Kritik zum „viralen Hit“. Das ist ein Indiz dafür, dass es anscheind vielen Frauen ähnlich geht.

Mehr zum Thema: So will H&M die Krise in den Griff kriegen

Please sort your sizes out because this is absolutely ridiculous! I'm a size 12 and small busted and today in a H&M...

Publié par Lowri Byrne sur jeudi 25 mai 2017

Aber ist der Shitstorm gerecht? Schwierig. Erstens, wenn man so günstig Mode kauft, ist diese natürlich von der Stange und nicht jedes Teil ist für jeden Körpertyp gemacht. Sagen wir, wenn man einen gut trainierte Bizeps hat, spannt es an den Ärmeln oder bei Kurven a la Kim Kardashian (36) passt der Po nicht in die Hose. Das kann man H&M für diese Preise aber nur schwer zum Vorwurf machen. Und zweitens, hat das Kleid stützende Stangen. Na und? Eben nicht „na und“, denn Stangen geben nicht nach, Stoff schon. Und gerade die Teile von Modeketten haben einen hohen Stretch-Anteil (im Form von Elastan). Jeder der schon mal beim Brautkleid-Kauf dabei war, kennt das ähnliche Problem von da. Man muss das Kleid eigentlich zwei Größen größer als „normal“ kaufen, weil Spitze, Seide etc. eben auch nicht nachgeben.

Man versteht die Kritik von Lowri und den Shitstorm schon, und auch wie daneben sich das anfühlt, wenn man aufeinmal eine viel größere Nummer tragen muss. Die anders ausfallende Kleidergröße hat aber nichts mit „Oh Gott, bin ich fett geworden“ oder einer Bösartigkeit von H&M zu tun, sondern ist schlicht auf das Material bzw. die Stangen zurückzuführen.