Freitag, 02. Juni 2017, 22:41 Uhr

"Rock am Ring": Gelände innerhalb einer halben Stunde geräumt

Zehntausende freuen sich auf ein Rock-Fest, doch dann heißt es aus den Lautsprechern: Die Konzerte werden abgebrochen – Terrorgefahr. Und das wenige Tage nach dem Terror von Manchester. Die meisten Zuschauer reagieren beim Klassiker „Rock am Ring“ gelassen.

Es gebe „konkrete Hinweise, aufgrund derer eine mögliche terroristische Gefährdung nicht auszuschließen“ sei, so die Polizei Koblenz. Die meisten Zuschauer blieben ruhig, rund eine halbe Stunde nach der Unterbrechung war das Gelände laut Organisator Marek Lieberberg geräumt. In einem Statement der Veranstalter des wohl bekanntesten Rockfestivals Deutschlands hieß es, sie seien wegen einer „terroristischen Gefährdungslage“ angewiesen worden, die Besucher zum Verlassen des Geländes aufzufordern.

„Derzeit laufen Ermittlungen mit Hochdruck. Genaue Hintergründe können wir derzeit noch nicht nennen“, hieß es von der Polizei weiter. „Da die Sicherheit an erster Stelle steht und eine Gefährdung von Festivalbesuchern in jedem Fall soweit wie möglich ausgeschlossen werden muss, wurde entschieden, das Festival für diesen Tag auszusetzen.“

Die rheinland-pfälzische Landesregierung bestätigte die Terrorwarnung. Es gebe Hinweise auf eine mögliche terroristische Bedrohungslage, sagte Ministeriumssprecherin Joachim Winkler am Abend der Deutschen Presse-Agentur.

Am Nürburgring waren folgende Lautsprecherdurchsagen zu hören: „Wegen einer terroristischen Bedrohungslage wird das Festival für heute abgebrochen. Wir hoffen, dass es morgen weitergeht.“ Alle Besucher wurden gebeten, das Festivalgelände kontrolliert und ruhig in Richtung Ausgänge und Campingplätze zu verlassen.

Schon vor der Unterbrechung hatten Sicherheitsbedenken das Festival begleitet. Die Polizeipräsenz am Nürburgring war – auch vor dem Hintergrund des Terroranschlags auf ein Konzert in Manchester vor anderthalb Wochen – auf mehr als 1200 Beamte aufgestockt worden. Organisator Lieberberg hatte zu Beginn des Festivals auf der Hauptbühne an die Opfer von Manchester erinnert.

Bis zu 90.000 Musikfans wurden zum diesjährigen „Rock am Ring“ in der Eifel erwartet. Als heutigen Höhepunkt  hatte der Auftritt der Rockband Rammstein gegolten, der am späten Abend (22.30 Uhr) beginnen sollte.

Für das Festival war es eine Rückkehr: In den vergangenen beiden Jahren hatte „Rock am Ring“ auf dem Flugplatz Mendig stattgefunden, mehrere Besucher wurden dabei bei Blitzschlägen verletzt. Beim parallel in Nürnberg stattfindenden Zwillingsfestival „Rock im Park“ gingen die Konzerte am Freitagabend weiter. Dort treten dieselben Bands in anderer Reihenfolge auf.

UPDATE 23.30 Uhr: Nach Informationen der ‚Bild‘-Zeitung seien „zwei Personen eines Subunternehmers mit salafistischen Hintergrund auf dem Gelände“ gewesen, „die Befürchtung bestand, dass die dort etwas hinterlegt haben.“ Die verdächtigen Personen würden inzwischen bei der Polizei vernommen, hieß es in dem Bericht weiter. „Konkrete Gefährdung momentan eher nein.“

Ferner wird Veranstalter Marek Lieberberg zitiert: „Das Signal, das Deutschland heute sendet, ist katastrophal“.