Samstag, 03. Juni 2017, 9:06 Uhr

"Rock am Ring": Wie geht's heute weiter?

Wie geht es weiter bei „Rock am Ring“? Abbruch oder Fortsetzung – vor dieser Entscheidung stehen die Verantwortlichen nach dem Terroralarm. Heute Mittag will sich der rheinland-pfälzische Innenminister Lewentz zu den Ereignissen äußern.

"Rock am Ring": Wie geht's heute weiter?
Polizeibeamte durchsuchen nach dem Festivalabbruch wegen Terrorgefahr das Veranstaltungsgelände. Foto: Thomas Frey

Erst Aufregung, dann Ruhe: Nach einem Terroralarm beim größten deutschen Festival  und der Unterbrechung des Programms vor dem Auftritt von Rammstein haben Tausende Musikfans eine friedliche Nacht in ihrem Zelten verbracht. „Aus polizeilicher Sicht verlief die Nacht ohne besondere Vorkommnisse“, sagte ein Sprecher der Polizei in Koblenz am Morgen. Die Entscheidung, ob das Festival weiter geht oder abgebrochen wird, soll heute fallen. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) will sich um 11.00 Uhr am Nürburgring in der Eifel zu den Ereignissen äußern. Bis dahin bleibt das Festivalgelände gesperrt.

"Rock am Ring": Wie geht's heute weiter?
Menschenleere auf dem Festivalgelände. Foto: Thomas Frey

Das legendäre Musikfestival war am Freitagabend unterbrochen worden, weil die Polizei Hinweise auf eine mögliche terroristische Gefährdung hatte. Zehntausende Besucher verließen daraufhin innerhalb kurzer Zeit geordnet und ruhig das Festivalgelände, wie Veranstalter Marek Lieberberg (71) berichtete. Der tobte bei einer Mini-Pressekonferenz vor Ort laut ‚Bild‘-Zeitung: „Ich bin der Meinung, es muss jetzt Schluss sein mit „This is not my Islam and this is not my Shit and this is not my whatever. Jetzt ist der Moment, wo jeder sich dagegen artikulieren muss. Ich möchte endlich mal Demos sehen, die sich gegen diese Gewalttäter richten. Ich habe bisher noch keine Moslems gesehen, die zu Zehntausenden auf die Straße gegangen sind und gefragt haben: ‚Was macht ihr da eigentlich!’“

"Rock am Ring": Wie geht's heute weiter?
Festivalveranstalter Marek Lieberberg steht den Medienvertretern Rede und Antwort. Foto: Thomas Frey

Der genaue Hintergrund für den Terroralarm war zunächst unklar. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung verhörte die Polizei zwei Mitarbeiter eines Subunternehmens. Es habe die Befürchtung bestanden, dass die beiden Männer etwas auf dem Gelände hinterlegt haben. Die beiden Männer hätten Medienberichten zufolge Sicherheitszäune aufgestellt und seien aber wieder abgereist. Die Polizei am Nürburgring wollte sich zu den Berichten bisher nicht äußern.

"Rock am Ring": Wie geht's heute weiter?
Nach Angaben der Polizei blieben die meisten Zuschauer ruhig. Foto: Thomas Frey

Das dreitägige Festival hatte am Freitagnachmittag begonnen. Schon vor der Unterbrechung hatten Sicherheitsbedenken das Festival begleitet. Die Polizeipräsenz am Nürburgring war – auch vor dem Hintergrund des Terroranschlags auf ein Konzert in Manchester vor anderthalb Wochen – auf mehr als 1200 Beamte aufgestockt worden. (dpa/KT)

UPDATE 10.45 Uhr: Rock am Ring wird fortgesetzt. Auf der Facebook-Seite des Veranstalters heißt es dazu: „Nach intensiven Durchsuchungen des gesamten Festivalgeländes haben sich die Verdachtsmomente
für eine akute Gefährdungslage nicht erhärtet. Die Polizei gab daraufhin grünes Licht für eine Wiederaufnahme der Aufbauarbeiten auf den Bühnen im Hinblick auf die Öffnung des Festivalgeländes. Eine genaue Uhrzeit für die Öffnung werden wir so schnell wie möglich kommunizieren. Wichtig ist, es geht weiter!“