Samstag, 10. Juni 2017, 16:09 Uhr

Judith Holofernes notiert sich Nichtstun im Kalender

Einfach mal die Zeit anhalten und die Seele baumeln lassen. Für Sängerin Judith Holofernes ist das lebensnotwendig.

Judith Holofernes notiert sich Nichtstun im Kalender
Foto: Becker/WENN.com

Für die Sängerin und einstige Gitarristin der Band Wir sind Helden ist regelmäßiges Chillen so wichtig, dass sie sich feste Zeiten dafür im Terminkalender notiert. Aus dem Fenster gucken, Spazierengehen und Nichtstun seien ihre liebsten Hobbys, und Letzteres schreibe sie sich mittlerweile „knallhart in den Arbeitstag“, sagte Holofernes der ‚Neuen Osnabrücker Zeitung‘.

„Wenn man einmal kurz innehält und die Schnauze hält, merkt man, was man eigentlich alles gar nicht machen muss“, so Holofernes. „Für mich ist das Nichtstun tatsächlich eine ganz wichtige Seelenpflege und wichtig für meinen Beruf“, erklärte die 40-Jährige Musikerin.

Die ehemalige Frontfrau von „Wir sind Helden“, die gerade ihr zweites Soloalbum „Ich bin das Chaos“ veröffentlicht hat, nimmt den Titel des Albums übrigens ganz wörtlich: „Wenn ich mich nicht total zusammenreiße, dann sieht es bei mir aus wie bei Hempels unterm Sofa.“ Ihre Mutter sei damals, als die Band „Wir sind Helden“ durchstartete, sehr beeindruckt gewesen, wie sie sich plötzlich zusammengerissen habe, sich zu organisieren lernte und eben nicht mehr überall ihre Sachen liegen ließ. „Als Kind kam ich auch gerne mal nur mit einem Schuh aus dem Ferienlager“, berichtete die Sängerin. Was ihr „inneres Chaos“, also ihr Gefühlsleben betrifft, ist die Buddhistin, die das Meditieren liebt, hingegen ziemlich gut sortiert: „Inzwischen ist es so, dass ich in konzentrischen Kreisen nach außen hin chaotischer werde, aber im Zentrum recht aufgeräumt bin.“ (dpa/KT)