Montag, 12. Juni 2017, 17:20 Uhr

Oliver Stone zeigt Wladimir Putin "jenseits der Klischees"

Rund ein Dutzend Mal hat der US-Star-Regisseur Oliver Stone den russischen Präsidenten getroffen. In seiner Interview-Serie will er Putin jenseits der Klischees zeigen.

Oliver Stone zeigt Wladimir Putin "jenseits der Klischees"
Foto: Komandir/Courtesy of SHOWTIME

Mehr als zwei Jahre lang hatte der US-Filmemacher die Gelegenheit Wladimir Putin persönlich zu Gesprächen zu treffen. Noch nie hat der russische Präsident einem Journalisten aus dem Westen in dieser Ausführlichkeit für Interviews bereitgestanden.

Der 70-Jährige Regisseur will in dem mehrteiligen Interview den russischen Präsidenten jenseits gängiger Klischees präsentieren.  Und Putin will wohl dringend sein Image verbessern. „Ich würde sagen, wenn Sie das westliche Bild von ihm als einem Schurken, einem schlechten Kerl und so weiter überwinden, dann kommen Sie zu einem realistischen Porträt eines Mannes, der ein Land führt und wirklich die Interessen Russlands im Grunde seines Herzen hat“, sagte Stone der Deutschen Presse-Agentur in New York.

Das vierteilige Interview, das Stone bei rund einem Dutzend Begegnungen mit dem Kreml-Chef zwischen Juli 2015 und Februar 2017 führte, wird von Montag bis Donnerstag im US-Kabelsender Showtime gezeigt. In Deutschland ist es anschließend auf Sky zu sehen.

Stone sagte, dass er über seine Arbeiten an dem Film „Snowden“ in Kontakt mit Putin gekommen sei. „Ich glaube, er kannte mein Werk und respektierte mich“, sagte Stone. Über den US-Whistleblower Edward Snowden, der in Russland Asyl genießt, sagte Putin, dass dieser nicht die Interessen seines Landes verraten habe.

Stone schaute gemeinsam mit Putin auch einen Ausschnitt des Stanley-Kubrik-Films „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ über den Kalten Krieg und die nukleare Abschreckung. Putin sagte, dass niemand einen Atomkrieg überleben würde. „Er macht da keine Scherze – er meint es so. Der Westen scheint sich nicht im Klaren zu sein, dass (Russen) in ständiger Angst vor Krieg leben und dass sie ihn durchgemacht haben“, sagte Stone der dpa.

Zur Vorbereitung seines Kino-Films „Snowden“ reiste Stone mehrmals nach Russland, um den dort im Exil lebenden Whistleblower zu interviewen. Im Zuge dieser Reisen kam Stone mit Putin in Kontakt. Über zwei Jahre gab es zwölf Treffen zwischen dem Regisseur und dem russischen Präsidenten, das letzte erfolgte im Februar 2017, kurz nach Donald Trumps Vereidigung als US-Präsident. Es ist das erste Mal, dass Putin einem westlichen Journalisten oder Filmemacher derart ausführlich Rede und Antwort stand. Er beantwortet sowohl Fragen zu aktuellen politischen Konflikten als auch zu seinen persönlichen Beziehungen zu den US-Präsidenten Bill Clinton, George W. Bush, Barack Obama und Donald Trump.

Zu einem der Treffen brachte Stone seinem Gesprächspartner ein cineastisches Geschenk mit: Er zeigte dem ehemaligen KGB-Agenten Putin, der jahrelang im sächsischen Dresden lebte, den Filmklassiker „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“, Stanley Kubricks Satire über den Kalten Krieg. (dpa/KT)

Ausstrahlungstermine: Ab 13.6.2017 täglich eine Episode verfügbar auf Sky On Demand, Sky Go und Sky Ticket. Am 17. Juni ab 12.40 Uhr und am18.6. ab 13.20 Uhr jeweils zwei Episoden auf Sky Atlantic HD.