Dienstag, 13. Juni 2017, 18:10 Uhr

Bill Cosby: Schuldspruch erwartet - Jury berät weiter

Insgesamt haben mindestens 60 Frauen Bill Cosby sexuelle Belästigung, Missbrauch oder Vergewaltigung vorgeworfen. Im laufenden Verfahren geht es einzig um Cosbys mutmaßliche sexuelle Nötigung Andrea Constands.

Bill Cosby: Schuldspruch erwartet - Jury berät weiter
Bill Cosby auf dem Weg ins County Gericht in Norristwon. Foto: Patrick Semansky

Eine zwölfköpfige Geschworenen-Jury hat ihre Beratungen im Strafprozess gegen den US-Entertainer – einer der einst größten Stars der US-TV-Geschichte – wegen sexueller Nötigung heute fortgesetzt. Die sieben Männer und fünf Frauen mussten in Norristown im Staat Pennsylvania über die Frage entscheiden, ob der heute 79-Jährige sich bei seinem sexuellen Kontakt mit der Klägerin Andrea Constand im Jahr 2004 strafbar gemacht hat.

Bei einem Schuldspruch drohen Cosby mehrere Jahre Haft. Auch ein Freispruch des Schauspielers schien aber möglich. Cosby und Constand waren heute beide im Saal anwesend.

Rund vier Stunden hatten sich die Juroren am Montag bereits beraten, waren am Abend aber ergebnislos auseinandergegangen. Am Dienstag ließen sie sich einige Aussagen, die Cosby in den polizeilichen Ermittlungen zu dem Vorfall gemacht hatte, noch einmal von Richter Steven O’Neill vorlesen. In diesen beschrieb Cosby, wie er und die ehemalige Universitätsangestellte Constand sich bei verschiedenen Begegnungen näherkamen. Laut Cosby war der sexuelle Kontakt einvernehmlich. Constand sagt hingegen, er habe sie mit Tabletten bewusstlos gemacht und dann sexuell missbraucht.

Insgesamt haben mindestens 60 Frauen Cosby sexuelle Belästigung, Missbrauch oder Vergewaltigung vorgeworfen. Weil die meisten Fälle verjährt sind, kann Cosby dafür nicht mehr strafrechtlich belangt werden. Im laufenden Verfahren geht es einzig um Cosbys mutmaßliche sexuelle Nötigung Andrea Constands. Allerdings wurde auch die Aussage einer weiteren Frau in einem ähnlich gelagerten Fall zugelassen. (dpa)