Dienstag, 13. Juni 2017, 18:50 Uhr

"Sing meinen Song": Heute ist Moses Pelham der Star

In der heutigen 4. Folge von „Sing meinen Song“ steht Moses Pelham im Mittelpunkt der beliebten Musik-Event-Reihe. Der 46-Jährige ist Produzent, Autor, Rapper und Labelbetreiber, außerdem Mitbegründer des deutschsprachigen Hip-Hops und Souls.

Sing meinen Song: Heute ist Moses Pelham der Star
Foto: VOX / Robert Grischek

Über sein Label 3p entdeckte und veröffentlichte Moses Pelham unter anderem Xavier Naidoo, Sabrina Setlur und Cassandra Steen und feiert seit 2001 mit seiner Band „Glashaus“ große Erfolge. Jetzt steht das „musikalische Schwergewicht“ mit seinem Repertoire im Mittelpunkt der 4. Folge „Sing meinen Song“. „Moses Pelham ist der Godfather der urbanen deutschsprachigen Popmusik“, bewundert Mark Forster seinen Kollegen vollere Pathos. Nun, ja. Gemeinsam mit den Gastgebern Alec Völkel und Sascha Vollmer von „The BossHoss“, „Silbermond“-Frontfrau Stefanie Kloß, Lena, Michael Patrick Kelly und Gentleman wagt er sich an die größten Hits des Frankfurters.

Der Rapper zeigt sich an dem Tauschkonzert-Abend von seiner weichen Seite. „Das Problem ist, dass nach dieser Sendung mein komplettes Gangster-Image im Arsch ist“, scherzt er. Welcher Künstler Moses Pelham ganz besonders rührt, warum Gentleman seinen Auftritt abbricht und warum Mark Forster sich sicher ist, dass er seine Neuinterpretation zu 40 Prozent „verkacken“ könnte, zeigt VOX am 13. Juni um 20:15 Uhr in der 4. Folge „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“.

Die Gastgeber und Cowboy-Rocker Alec Völkel und Sascha Vollmer von „The BossHoss“ eröffnen den Abend und wagen sich an die Rap-Nummer „Höha, schnella, weita“ ran: „Zwei Berliner Jungs nehmen sich eine Nummer von zwei Frankfurter Jungs. Der Text ist ordentlich ‚auf die Fresse‘. Wir machen ihn auch musikalisch ‚auf die Fresse‘“, kündigt Alec an. „Ich habe früher richtig dick aufgetragen“, lacht Moses Pelham, als er gemeinsam mit den anderen Künstlern das Musikvideo zum Song sieht. 1993 gründete der damals 22-Jährige, der im Stadtteil Rödelheim aufwuchs, das deutschsprachige Rap-Duo „Rödelheim Hartreim Projekt“. „The BossHoss“ haben nicht zu viel versprochen und lassen es gleich zu Beginn der Sendung mit einer Hard-Rock-Nummer auf der Bühne in Südafrika ordentlich krachen. „Rodeo-Rinder mit Feuerhörnern hätten mir noch gefehlt“, witzelt Mark Forster nach dem Auftritt.

"Sing meinen Song": Heute ist Moses Pelham der Star
V.l.: Moses Pelham, Mark Forster, Stefanie Kloß, Alec Völkel (Rückansicht) und Lena Meyer-Landrut. Foto: VOX/Markus Hertrich

„Silbermond“-Frontfrau Stefanie Kloß singt „Eigentlich gut“: „Der Titel hat etwas von Freundschaft und Zusammenhalt und das ist genau das, was uns als Band ausmacht und wichtig ist“, begründet „Silbermond“-Frontfrau Stefanie Kloß ihre Songauswahl für den Abend. Sie hat den 90er-Hit „Eigentlich gut“ gewählt und verwandelt ihn in eine moderne Pop-Nummer. „Es ging von akustischen Elementen bis hin zu technoiden Klängen am Schluss – sehr kreativ und vielseitig umgesetzt“, lobt Sascha Vollmer. Auch Moses Pelham ist von der Performance begeistert.

1998 produzierte Moses Pelham das Debütalbum seines einstigen Schützlings Xavier Naidoo („Nicht von dieser Welt“) und etablierte damit Schritt für Schritt deutschsprachigen Soul. Bis die Songs jedoch im Radio gespielt wurden, war es ein langer Weg: „Ihr habt keine Ahnung, was das für ein Kampf war. Die Leute hielten das für Schlager“, erzählt Moses seinen Musikerkollegen. Michael Patrick Kelly hat sich für seine Neuinterpretation den Song „Führ mich ans Licht“ aus diesem Album ausgesucht. „Für mich sind Moses Pelham und Xavier Naidoo wie Paul McCartney und John Lennon der deutschen Soul-Musik.“

Sing meinen Song: Heute ist Moses Pelham der Star
Gentleman. Foto: VOX/Markus Hertrich

Moses Pelham performt dann mit „Glashaus“ seinen eigenen Song „Gegen den Strom“. „Du hast die Gabe zu schreiben und die Stimme hat Cassandra“, fasst Alec Völkel die Band-Konstellation zusammen, die ihren gemeinsamen Song „Gegen den Strom“ aus dem neuen Album „Kraft“ anschließend auf der Bühne in Südafrika performen.

Als nächstes interpretiert Gentleman wohl einen der persönlichsten Songs von Moses Pelham. „Moses ist ein Künstler, der das Leid der Welt aufgreift und es in Musik manifestiert. Dieses Lied ist die ganze Message von Moses. Es ist schwermütig, aber hat auch so eine Leichtigkeit“, schwärmt Gentleman über den „Glashaus“-Song „Mos Lied“. Während der Performance gibt es auch für den Künstler des Abends kein Halten mehr: Mitten im Song geht er auf die Bühne und umarmt seinen Kollegen. Gentleman bricht daraufhin ab und erklärt: „Ich habe nicht aufgehört, weil ich es verkackt habe, sondern weil der Moment da war. Wir sagen im Reggae immer: ‚This one is so nice, we do it twice!‘“ Und auch die anderen Künstler sind begeistert: „Gentleman hat seine Reggae-Welt verlassen und es hat ihm ausgezeichnet gestanden“, so Sascha Vollmer.

Sing meinen Song: Heute ist Moses Pelham der Star
Alec Völkel (l.) und Moses Pelham.. Foto: VOX/Markus Hertrich

Lena singt „Du liebst mich nicht“: „Das war meine erste Nummer eins in den Charts. Das war schon eine Hymne“, erzählt Moses Pelham über den nächsten Song, den sich Lena ausgesucht hat. Die Popsängerin interpretiert Sabrina Setlurs Hit „Du liebst mich nicht“ neu, den sie erst viel später kennenlernte, weil sie 1997 erst sechs Jahre alt war. „Ungehört kann ich sagen: Das passt wie die Faust aufs Auge“, freut sich Moses Pelham. „Es wird sehr anders als das Original. Ich habe sogar eine komplette Strophe weggelassen“, verrät Lena. Und Moses findet nach dem Auftritt, dass man sogar noch mehr Text weglassen könnte: „Das war eine brutale Version. Ich will mit dem Song weiterarbeiten, noch ins Detail gehen und noch mehr Text rausschmeißen. Dann ist die Nummer toll für dich!“

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Michael Patrick Kelly (l.) mit Gastgeber Moses Pelham. Foto: VOX/Markus Hertrich

Als letzter Künstler betritt Mark Forster die Bühne in Südafrika. Die Werke von Moses Pelham haben den Popsänger bereits in jungen Jahren inspiriert und beeinflusst: „Als ich auf der Suche nach deutschem Soul und ernstgemeinter Popmusik war, hast du mir das gegeben. Es gibt ein paar Platten von dir, ohne die ich heute sicher nicht hier wäre.“ Der 33-Jährige interpretiert den „Glashaus“-Song „Was immer es ist“ aus dem Jahr 2001 neu. Dabei ist er sich sicher, dass „die Chance, zu verkacken, bei 40 Prozent liegt“. Doch am Ende geht alles gut: „Ich habe auch echt hart geübt!“ Und Gentleman bringt Marks Auftritt für alle auf den Punkt: „Da ist wieder das Hit-Monster!“ Und auch Moses Pelham ist begeistert: „Du hast den Song direkt geforstert. Er hat das Ding so sehr zu seinem eigenen Stück gemacht, Wahnsinn!“