Freitag, 16. Juni 2017, 17:48 Uhr

Lily Allen: Wegen Bemerkung zu Flammen-Inferno aus Show geworfen?

Der gestern (15. Juni) in der Sendung ‚Newsnight’ (BBC) geplante Auftritt von Popstar Lily Allen (32) ist kurzfristig gecancelt worden, wie sie selbst auf Twitter bestätigte. Da wäre eigentlich nicht viel Spektakuläres dran.

Lily Allen: Wegen Bemerkung zu Flammen-Inferno aus Show geworfen?
Foto: WENN.com

Die Sängerin hat aber kurz zuvor bei ‚Channel 4 News’ die Medien beschuldigt, die Todeszahlen bei dem schrecklichen Hochhausbrand in London „herunterzuspielen.“ Jetzt handelt es sich bei ‚Newsnight’ um eine der einflussreichsten Live-Informationssendungen in England. Da stellt sich doch die Frage: wollte diese die Dame ganz bewusst nicht mehr in ihrer Show haben, damit sie da mit ihrer Ansicht keinen Aufruhr verursacht?

Bei ‚Channel 4 News’ erklärte die Sängerin jedenfalls, dass die britische Regierung angeblich versuche, die wahren Opferzahlen zu vertuschen: „Ich habe in meinem Leben nie ein solches Ereignis wie dieses gesehen, wo die Todeszahlen von den Mainstreammedien heruntergespielt werden.“

Und die 32-Jährige ergänzte: „17? [mittlerweile ist offiziell bis dato von 30 Opfern die Rede, Anm. der Red.] Es tut mir leid aber ich habe von Leuten gehört, dass die Zahl viel eher bei 150 liegen soll und dass viele davon Kinder sind.“ Es seien zudem Zahlen, die sie direkt von Polizisten und Feuerwehrleuten bekommen habe. In einem kürzlichen Twitter-Post erklärte sie auch, warum sie den schlimmen Vorfall „politisiere“. Die Opferzahlen, die dabei „verharmlost“ werden, „vermitteln den Menschen falsche Hoffnung und verwehrt ihnen die Chance, mit dem Trauerprozess zu beginnen. Ich würde sagen, dass es wirklich psychologisch schädlich ist“, so die Sängerin, die sich mit ihrer Ansicht auf Twitter übrigens nicht nur Freunde macht.

Ein ‚BBC’-Sprecher hat mittlerweile gegenüber ‚Digital Spy’ die Entscheidung verteidigt, Lily Allen kurzfristig aus der ‚Newsnight’-Sendung geworfen zu haben. Er verkündete: „Newsnight sicherte sich spät am Donnerstag ein Interview mit dem Stadtrat von Kensington und Chelsea und cancelte Lily, um [Moderatorin] Kirsty Wark zeitlich die Möglichkeit zu geben, ein sorgfältiges Rechenschafts-Interview zu führen.“ Das klingt doch als Begründung gar nicht so abwegig oder? Zudem hätte auch ‚Newsnight’ wie andere Medien erst einmal die bisherigen offiziellen Todeszahlen gebracht, gleichzeitig aber auch deutlich gemacht, dass sie damit rechnen, dass diese noch wesentlich nach oben gehen…(CS)