Samstag, 17. Juni 2017, 9:53 Uhr

Prinz Frederic von Anhalt: Zsa Zsas Urne steht an seinem Bett

Seit einem halben Jahr ist Prinz von Anhalt Witwer. Doch sein Leben dreht sich immer noch um Zsa Zsa Gabor. Die Urne mit ihrer Asche steht an seinem Bett. Den 74. Geburtstag an diesem Wochenende will er nicht groß feiern. Doch er schaut schon nach Berlin.

Prinz Frederic von Anhalt: Zsa Zsas Urne steht an seinem Bett
Foto: Charlie Steffens/WENN.com

Von Zsa Zsa Gabor hat er Millionen geerbt. „Finanziell geht es mir super“, versichert der Witwer der Schauspielerin, ein halbes Jahr nach dem Tod seiner Frau. Doch zum Feiern ist Prinz Frederic von Anhalt nicht aufgelegt. Am 18. Juni wird der gebürtige Deutsche 74 Jahre alt, genau sechs Monate nach Gabors Tod. Am 18. Dezember 2016 war die in Budapest geborene Filmdiva („Moulin Rouge“) und frühere „Miss Ungarn“ im Alter von 99 Jahren gestorben. „Eine Party ohne meine Frau – das ist zu traurig“, sagt von Anhalt kurz vor seinem Geburtstag der Deutschen Presse-Agentur.

Er wohnt weiterhin in der Luxus-Villa in Bel Air, wo er als achter Ehemann von Gabor vor mehr als 30 Jahren eingezogen war. „Ich habe nix an dem Haus geändert. Alles erinnert noch an Zsa Zsa und so soll es bleiben.“ Gabors langjährige Prunk-Residenz, wo zuvor Howard Hughes und Elvis Presley zeitweise gewohnt hatten, gehört seit 2013 einem Investor. Er kaufte die Villa für 15 Millionen Dollar unter besonderen Auflagen – Gabor hatte lebenslanges Wohnrecht, er selbst könne mindestens noch bis Juni 2018 wohnen bleiben, sagt von Anhalt.

Prinz Frederic von Anhalt: Zsa Zsas Urne steht an seinem Bett
Die Urne mit der Asche von Zsa Zsa Gabor im Schlafzimmer des Prinzen. Foto: Frederic Prinz von Anhalt

Und dann? Der Adoptiv-Prinz hat sich schon eine Penthouse-Wohnung in Los Angeles gekauft. „Aber ich gehe mal davon aus, dass ich in Berlin enden werde“, meint von Anhalt. Dort sei er immer „Happy“ gewesen. In Brandenburg habe er bereits ein schönes Landhaus erworben. Er träume davon, mit dem Auto durch Europa zu reisen, Freunde zu besuchen, Sport zu machen. „Ich vermisse Deutschland“, betont der Wahl-Kalifornier, der als Hans-Robert Lichtenberg in Wallhausen im Hunsrück in eine kinderreiche Familie geboren wurde.

Zielstrebig erfüllte er sich den Hollywood-Traum. Beim Titel-Händler Konsul Hans-Hermann Weyer in München beschaffte er sich den Adelsnamen. Als deutscher Prinz trumpfte er in Hollywood auf, lernte 1982 auf einer Party Zsa Zsa kennen. Vier Jahre später heiratete das Paar.

Das Andenken an seine Frau halte ihn nun auf Trab, sagt von Anhalt. Ende Juni laufen die Dreharbeiten zu einer US-Dokumentation über Gabors bewegtes Leben an. Auch ein deutscher Sender habe angefragt, sagt der Prinz. In New York plant er eine Modenschau von Gabors wertvoller Garderobe, zudem sollen ihre Antiquitäten versteigert werden. „Ich bin ja ganz alleine hier, es ist keine Familie mehr da“, sagt der Witwer. Zum Ausgehen habe er der vielen Arbeit wegen gar keine Zeit.

Und offenbar fehlt auch die Lust auf Hollywoods Partyleben. „In meinem alten deutschen Jogginganzug fühle ich mich im Haus am wohlsten.“ Dort sei schließlich auch noch Gabor an seiner Seite. „Auch wenn es nur eine Urne mit Asche ist, meine Frau ist immer um mich herum“, erklärt von Anhalt. Die vergoldete Urne hat mit einer brennenden Kerze, frischen Blumen und dem Hochzeitsfoto des Paares einen Ehrenplatz an seinem Bett.

Pläne für ein Begräbnis hat er derzeit nicht. Nach der Trauerfeier im Dezember hieß es zuerst, Gabor solle voraussichtlich auf einem Friedhof in Budapest neben ihrem Vater bestattet werden. Oder im Westwood Village Memorial Park in Los Angeles, wo bereits Gabors Tochter Francesca und ihre Schwester Eva begraben sind. Es ist die letzte Ruhestätte für viele Filmschaffende, darunter Farrah Fawcett, Peter Falk, Burt Lancaster und Jack Lemmon. „Solange ich lebe, bleibt die Urne bei mir, egal ob ich hier oder in Deutschland lebe“, bekräftigt der Witwer. „Wenn ich sterbe, können die uns irgendwo zusammenbegraben.“

„Ich bin alleine, aber einsam bin ich nicht“, sinniert von Anhalt über sein Leben. „Im Moment ist der Vorhang zu“, sagt der Single-Prinz über mögliche neue Bekanntschaften. In dem großen Haus leisten ihm derzeit eine Hand voll Bedienstete Gesellschaft. Und bald vielleicht noch ein Bewohner mehr. „Ich möchte mir wieder einen Hund holen, am liebsten einen Schäferhund.“ (Barbara Munker, dpa)