Montag, 19. Juni 2017, 21:56 Uhr

Joko & Klaas: Das war's nach neun Staffeln

Eine kleine, nennen wir es mal „Ära“, geht zu Ende: Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf beenden am Dienstag ihre Lste-Night-Show „Circus HalliGalli“ – aber eigentlich nur, um Platz für neue Ideen zu haben.

Joko & Klaas: Das wars wars nach neun Staffeln
Aufhören, wenn es am Schönsten ist: Joko & Klaas haben sich lieb. Foto: ProSieben/Claudius Pflug“

Nach gut vier Jahren, neun Staffeln und 136 Folgen ist Schluss: Die Spaßmacher Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf zelebrieren zum letzten Mal ihre spätabendliche ProSieben-Sause „Circus Halligalli“. Das unzertrennliche TV-Paar öffnen am Dienstag, 20. Juni, um 22:10 Uhr auf ProSieben zum letzten Mal ihre Manege des Wahnsinns. Show-Freundin ujd der gelegentliche Sidekick Palina Rojinski bringt die emotionalsten Momente aus 136 Sendungen mit, Rapper Casper feiert zudem eine musikalische Weltpremiere.

Einen richtigen Grund für das Ende gibt es nicht wirklich, aber es ist kein Geheimnis, dass die Reihe für Unterhaltungsfeinschmecker mit leichtem Hang zur Abseitigkeit nie die Quoten hatte, die sie eigentlich aus Sicht des Senders ProSieben hätte haben müssen. So blieb auch die Premierenausgabe vom Februar 2013 mit 1,66 Millionen Zuschauern für immer der Rekord.

An der mäßigen Resonanz der von ProSieben anvisierten Zielgruppe konnte auch der wohl größte Coup der beiden Spaßmacher im März dieses Jahres nichts ändern: Ihnen gelang es, bei der hochernsthaften Verleihung des Medienpreises Goldene Kamera ein ziemlich schlechtes Double von Hollywoodstar Ryan Gosling auf die Bühne zu schleusen, um den Preis für „La La Land“ als „Besten Internationalen Film“ entgegenzunehmen. Auf Englisch sagte er vor dem verdutzten Publikum: „Ich bin Ryan Gosling. Und ich widme diesen Preis Joko und Klaas.“ Keiner hat den Gag zunächst verstanden. Doch dann lief die mediale Walze los.

Joko & Klaas: Das wars nach neun Staffeln
Klaas Heufer-Umlauf noch mit langem Haupthaar. Foto: Schultz-Coulon/WENN.com

Die Verantwortlichen der Goldenen Kamera verlangten daraufhin die Rückgabe des Preises. Der Bitte kamen die Entertainer nach, legten aber dem Päckchen noch ihren Goldenen Umberto für den Veranstalter bei, einen Preis für besonders missglückte Auftritte in den Medien. Den Umberto hatte sich schon früher mal Fußballspieler Kevin Großkreutz für einen aus Joko-und-Klaas-Sicht komisch wirkenden Werbespot eingehandelt, außerdem gehörten das Brandenburger Spaßbad „Schwapp“ und der fast schon legendäre Berliner „U-Bahn-Ficker“ zu den Preisträgern.

ProSieben hat nachgerechnet: Alle 136 Folgen am Stück zu sehen, bedeutet vier Tage, 16 Stunden und 30 Minuten vor dem Fernseher zu hocken. Ist eigentlich nicht allzuviel. Der häufigste Gast war Schauspieler Matthias Schweighöfer mit acht Auftritten. Er ist ja auch beruflich mit Joko Winterscheidt und der Werbefirma „Creative Cosmos 15“ verbandelt. Palina Rojinski, Olli Schulz, Oma
Violetta, Evil Jared, Udo Walz und Oliver Kalkofe begleiten Joko & Klaas seit vielen Jahren im Studio oder in unzähligen Einspielern.

Ein echter Bestseller: Die von Joko eigens für Klaas verfasste unfertige Autobiographie „Ich bin dann mal Kult“ wurde über 100.000 Mal bestellt. Mit einer ISBN-Listung (hatte man schlichtweg vergessen) wäre dieses literarische Meisterwerk mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Bestseller-Listen aufgestiegen. Der Großteil des Werkes bestand aus leeren Seiten.

Senderchef Daniel Rosemann will mit dem Entertainer-Duo weiter zusammenarbeiten. „Wir freuen uns auf ‚Die beste Show der Welt‘ und ‚Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt'“, erklärte Rosemann heute laut einer Mitteilung seines Senders. „Zusammen mit Joko & Klaas entwickeln wir außerdem weitere neue Shows für ProSieben.“ Mit der letzten Circus-Vorstellung ende eine Show, die sich ihren Eintrag in den Geschichtsbüchern des Fernsehens längst gesichert habe.

„Uns war von Anfang an klar, dass wir eine Show wie ‚Circus HalliGalli‘ nicht bis in alle Ewigkeit machen werden“, sagte Winterscheidt (38) bereits im Februar. „Alles, was wir mit dieser Sendung erreichen und machen wollten, werden wir bis zum Sommer verwirklichen. Wir wollen aufhören, wenn es am schönsten ist. Aber wir gehören zu ProSieben und ProSieben zu uns. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.“ Heufer-Umlauf (33) ergänzte: „Um in Zukunft gemeinsam und zusammen auf ProSieben Fernsehen zu machen, tut es uns ganz gut, wenn wir uns künftig unregelmäßiger sehen, aber das noch für viele Jahre.“ (dpa/KT)