Dienstag, 20. Juni 2017, 22:13 Uhr

Rapperin Amanda will mit Helene Fischer "rumkumpeln"

Mit Amanda startet ein alter Showbiz-Hase neu durch. Die ehemals als 98.8 Kiss FM-Moderatorin und Rapperin bekannte She-Raw möchte es jetzt so richtig wissen und probiert sich als Sängerin an der Seite von Mark Forster und Sido aus. Ihr Debütalbum „Karussell“ kommt am 23. Juni raus. Grund genug für klatsch-tratsch.de-Redakteur Dennis sich mit Amanda zum Talk zu treffen.

Rapperin Amanda will mit Helene Fischer "rumkumpeln"
Foto: David Königsmann

Wie bist du zum Singen gekommen?
Durch meine Eltern. Die haben mir quasi das Talent in die Wiege gelegt. Meine Mama ist Sängerin und mein Vater ist auch ultramusikalisch. Er ist DJ, spielt gefühlt alle Instrumente und ich kam halt einfach nicht drum herum.

Wie kam es zur Verwandlung von She-Raw zu Amanda?
Kurzfassung. Kennst du Schmetterling? Kennst du Raupe? (lacht) Ich wollte mich einfach neu erfinden, neu definieren und ein neues Statement setzen. Ich habe 16 Jahre unter dem Künstlernamen She-Raw Musik gemacht und bin jetzt mit neuem Team und Plattenvertrag, neuer Musik und neuem Umfeld am Start und da dachte ich mir „Hey, jetzt bin ich Amanda“ und daher kam die Wandlung. Ich wollte einfach ich sein.

Ist She-Raw als Kunstfigur gestorben oder ist das eher eine Pause?
Ich würde sagen es ist eher eine Pause. Ich denke, da taucht bestimmt noch das eine oder andere auf.

Die meisten kennen dich ja als Kiss.FM- Moderatorin. Warum hast du da aufgehört?
Ende 2015 war ich mit Sido auf Tour und das war die dritte Tour, die ich mit Sido als Backgroundsängerin gemacht habe und du weißt ja selber: Alle guten Dinge sind drei. Ich habe dabei einfach so viel Blut geleckt und dieses Bühnenleben mit Live-Instrumenten und Musikern und das Touren hat mich so gereizt, dass ich mir irgendwann gedacht habe: „Radio macht mir auch Spaß, aber ich will eigentlich nur noch Musik machen“.

Lass uns über dein Debütalbum „Karussell“ reden …
Genau, „Karussell“ heißt es und featuretechnisch habe ich meine zwei großen Brüder Sido und Mark Forster mit dabei. Siggi kenne ich ja schon seit Ewigkeiten, weil ich für ihn Background gesungen habe und da war das selbstverständlich, dass er einem Feature zugesagt hat, als ich ihn gefragt hatte. Mark Forster ist ja quasi mein Mentor, Mittexter und musikalisches Vorbild und mit ihm habe ich das Album zusammen gebastelt. Da war es also auch klar, dass er da mit drauf ist. „Karussell“ heißt es, weil es das Karussell meines Lebens ist. wenn ich verliebt bin, wenn ich traurig bin, wenn ich mit meiner besten Freundin bin, wenn ich chille. Man lernt mich auf jeden Fall auf dem Album kennen.

Amanda will mit Helene Fischer "rumkumpeln"
Foto: David Königsmann

Apropos Karussell. Du bist ja eigentlich seit Jahrzehnten im Business unterwegs. Als Moderatorin, Rapperin, du warst in der Reality-Show „Unser Block“ und jetzt startest du als Amanda irgendwie nochmal neu durch. Durch diesen Stilwechsel und Mark Forster an deiner Seite ergeben sich ja jetzt ganz neue Chancen für dich …
Das stimmt, ich komme ja eigentlich aus dem Rap-Umfeld und bin es gewohnt auf Festivals wie dem Splash, HipHop Kemp und wie sie alle heißen, zu sein. Da sehe ich da meist einen Haftbefehl, Bushido oder Kool Savas. Dieses Jahr ist es aber anders. Ich bin zwar auf vielen Festivals aber bin tatsächlich auf keinem HipHop Festival, sondern auf Festivals auf denen Helene Fischer, Andreas Bourani oder Adel Tawil auftreten und das ist schon geil. Das ist eine ganz andere Welt, wie die verrückte HipHop-Welt. Das ist natürlich die größte Veränderung für mich.

Hast du Helene schon kennen gelernt?
Nein, aber ich will unbedingt Mal mit Helene herumkumpeln. (Lacht)

Für deine neue Single „Blau“ hast du dich beattechnisch für einen karibisch angehauchten entschieden. Das ist in den deutschen Charts eher ungewöhnlich. Wie kam es dazu?
Meine Wurzeln liegen auf Jamaika und auf Kuba und davon haben wir uns inspirieren lassen. Das passt ja auch ganz gut zum Sommerthema, zum „Blaumachen“ und ich denke, diesen Calypso-Vibe können die Leute echt fühlen.

Wie war es mit Sido zusammenzuarbeiten? Er ist ja quasi wie dein großer Bruder. Da ist die Zusammenarbeit sicher etwas anders, als sonst …
Es war echt cool. Ich muss sagen, dass ich echt aufgeregt war, als ich ihn gefragt habe, ob er den Song mit mir machen will. Ich bin einfach ein krasser Sido-Fan. Auch wenn ich ihn schon seit über zehn Jahren kenne, ist und bleibt er für mich der krasse Siggi. Da bin ich dann immer ganz klein. Ich habe bei dieser SMS 1000x überlegt, wie ich sie am besten schreibe. Als er dann zugesagt hat war alles cool und er hat seine Strophe schon nach 2-3 Tagen fertig zurückgeschickt. Die Zusammenarbeit hat echt Spaß gemacht.

Apropos „Blau“. Wann warst du das letzte Mal blau und wovon?
Puh, das ist schon ziemlich lange her. Das war Anfang des Jahres in der Schweiz. Ich war da so betrunken, dass ich mein Hemd verloren habe. Das war so ein geiles Jeanshemd und am Ende des Abends war es nicht mehr da …

Amanda will mit Helene Fischer "rumkumpeln"
Foto: Fourmusic

Womit bist du denn nach Hause gegangen?
Ach so. Ich hatte schon noch ein T-Shirt drunter. Das Hemd habe ich quasi als Jacke dazu getragen. (Lacht) Was ich da getrunken habe weiß ich gar nicht mehr.

Du hast den Song „Meine Frau“ für deine beste Freundin geschrieben. Womit hat sie das verdient und wie war ihre Reaktion auf den Track?
Ihre Reaktion darauf war, dass sie erst einmal angefangen hat richtig krass zu heulen. Warum sie es verdient hat? Sie ist einfach der coolste Mensch auf der Welt ist, quasi mein Spiegelbild. Ich habe noch nie eine weibliche Person getroffen, an der ich so interessiert war – ohne Sexualität. (lacht) Also habe ich ihr ein Lied geschrieben und unsere Freundschaft gefeiert. Das ist absolute Ladies Power und ich denke, wenn Haftbefehl und Marteria mit ihren Besten rollen, dann bin ich mit meiner Frau unterwegs.

Du warst mit Kanye West auf Tour. Hast du ihn dabei kennengelernt?
Tatsächlich habe ich das nicht. Ich habe ihn immer nur aus der Ferne betrachten dürfen. Da gab es einen Bodyguard, der mich immer herumgescheucht hat, wenn ich nur versucht habe ein Bild oder ein Autogramm zu bekommen. Immer wenn ich irgendwie 30 Meter in seine Richtung kam, tauchte dieser Bodyguard immer von irgendwo auf und meinte: „Please no Pictures. Zur Seite. Bitte weggehen!“. Ich habe Kanye dann tatsächlich nur auf der Bühne gesehen.

Amanda will mit Helene Fischer "rumkumpeln"
Foto: Fourmusic

Was war dein krassestes Tourerlebnis?
Ich war – das war glaube ich in Augsburg – das erste Mal in einem Casino. Da bin ich mit 20 Euro reingegangen und bin nach zehn Minuten mit 1000 Euro rausgekommen. Ich wusste nicht Mal was ich gemacht habe. Ich habe da einfach nur herumgedrückt und Moe Mitchell – der mit uns auf Tour war – stand hinter mir und meinte: „Du hast gerade 1000 Euro gewonnen“.

Und was hast du dir damit gekauft?
Ich habe tatsächlich die Hälfte des Geldes abgegeben, denn es war nicht mein Zwanziger. Der hat STK gehört und der meinte davor „Bring was zurück“ und dann war ich so korrekt und habe ihm dann 500 Euro gegeben. Wir haben uns dann Süßigkeiten, Bravo und was man sich so auf Tour kauft, geholt. (lacht)