Mittwoch, 21. Juni 2017, 12:42 Uhr

Carrie Fisher: Drogenkonsum war keine Überraschung

Carrie Fishers Bruder Todd wusste über ihren Drogenkonsum Bescheid. Bei der ‚Star Wars‘-Schauspielerin, die im Dezember im Alter von 60 Jahren verstarb, wurden Spuren von Kokain, Heroin und Ecstasy im Blut gefunden. Diese Erkenntnis basiert auf einem Obduktionsbericht vom 19. Juni.

Carrie Fisher: Drogenkonsum war keine Überraschung
Foto: Daniel Deme/WENN.com

Ihr Bruder gibt jedoch zu, dass er von den Nachrichten „nicht schockiert“ sei. Zuvor wurde spekuliert, dass das Schlafapnoe-Syndrom Ursache für ihren Tod war. Todd Fisher glaubt, es sei eine Kombination aus einer Schlaferkrankung und den illegalen Substanzen gewesen, die zu ihrem Tod geführt habe. „Ich muss euch sagen, dass es für mich nichts Neues war, dass Carrie Drogen genommen hat. […] Ich bin nicht überrascht, dass ein Teil ihrer Gesundheit dadurch geschädigt wurde“, gesteht er im Gespräch mit ‚Entertainment Online‘. Im Interview bedankt er sich außerdem bei den Anhängern von Carrie für ihren Beistand und die Unterstützung der Familie. Er äußert sich folgendermaßen: „Wir sind berührt von der überwältigenden Unterstützung ihrer Fans. Die wenigen negativen Kommentare gehen durch sie unter und helfen dabei, dass wir uns zurückziehen können.“

Aus dem Obduktionsbericht geht zwar hervor, dass die Substanzen im Blut von Carrie gefunden wurden, jedoch konnte nicht festgestellt werden, wie sehr sie zum ihrem Tod beigetragen haben. Sie habe jedoch vermeintlich zusätzlich Arzneimittel wie Fluoxetin, Aripiprazol und Lamotrigin unter Rezept eingenommen.

Carrie Fisher: Drogenkonsum war keine Überraschung
Dr. Robert Frey. Foto: SeegartenKlinik GmbH

Dr. Robert Frey, Schlafapnoe Spezialist und Ärztlicher Direktor der Heidelberger SeegartenKlinik, äußert sich jetzt auch zu der Todesursachen von Carrie Fisher. „Die neuen Erkenntnisse aus dem Autopsiebericht von Carrie Fisher sehe ich als wichtige Informationen für die Gesellschaft, die jeden Menschen wachrütteln sollten, auch wenn der Anlass ein sehr trauriger ist. Dass nun belegt wurde, dass eine Schlafapnoe mit zu den Todesursachen zählt, zeigt in meinen Augen, wie versteckt diese Erkrankung Betroffene in ihrer Lebenserwartung gefährdet.“

Weiter erklärte er: „Drogen wirken sich immer hochgradig riskant auf die Gesundheit und die Lebenserwartung aus, das steht außer Frage. Aber auch ein Herzanfall kann unterschiedliche Ursachen haben, die nicht erkannt werden, und Schlafapnoe gehört leider noch viel zu häufig dazu. Dabei erhöht die obstruktive Form, bei der die Atemwege mechanisch verengt sind, langfristig die Risiken für Schlaganfälle, Herzinfarkte und Diabetes Typ 2 enorm. Hinzu kommen der hochgradig gefährliche Sekundenschlaf am Tag und zum Teil schwere Depressionen, denn der Körper kommt bei einer Schlafapnoe nie zur Ruhe und steht ständig unter Stress. In diesem Zusammenhang könnte man auch mutmaßen, dass der Drogenkonsum von Carrie Fisher in der späteren Zeit eventuell von den Begleiterscheinungen der Krankheit mit beeinflusst wurde.“