Montag, 26. Juni 2017, 17:20 Uhr

"Transformers 5" mit schwachem Start - aber trotzdem Spitze

In dem neusten Streifen retten die Maschinen die Welt, im wahren Leben stottert ihr Motor: Der neue „Transformers“-Film bleibt in den US-Kinos hinter den Erwartungen der Branche zurück. Kräftig punkten kann dafür weiter „Wonder Woman“ – und zwei kleine Filme sorgen für Überraschungen.

"Transformers 5" mit schwachem Start - aber trotzdem Spitze
Foto: Paramount Pictures

Zum Start des fünften „Transformers“-Films geht der Reihe in den USA die Puste aus: „Transformers: The Last Knight“ mit Mark Wahlberg und Josh Duhamel spielte nach vorläufigen Zahlen nur rund 45,3 Millionen Dollar (40,5 Millionen Euro) ein. Der vierte Teil der Filmserie hatte 2014 am ersten Wochenende noch etwa 100 Millionen Dollar eingenommen. Trotzdem reicht es für den Actionfilm für den Spitzenplatz in den US-Kinocharts am Wochenende.

In internationalen Märkten lief es zwar deutlich besser, trotzdem könnte es schwer werden, die Kosten des Films wieder einzuspielen, weil solche Blockbuster häufig nach dem Startwochenende stark abfallen. Allein die Produktion des Streifens soll laut Paramount-Studio 217 Millionen Dollar gekostet haben, Marketingkosten exklusive.

Keiner der bisher veröffentlichten vier Filme war kürzer als 140 Minuten; diesmal sind es rund 150 Spielfilm-Minuten, die Bay kredenzt. Eine halbe Stunde weniger hätte es auch getan, richtig lang aber wird einem die Zeit bei Michael Bay, der erneut virtuos von Bild zu Bild, von Einstellung zu Einstellung springt, nie.

Es gibt wirklich wunderbar inszenierte Kampfchoreografien, so fließend und leicht, dass man glatt vergisst, dass es hunderte Tonnen schwere Metallroboter sind, die hier agieren. Einige der ungezählten visuellen Effekte sind von avantgardistischer Qualität.

"Transformers 5" mit schwachem Start - aber trotzdem Spitze
Foto: Paramount Pictures

Mehr noch als im vor drei Jahren veröffentlichten vierten Teil („Age of Extinction“) sind es diesmal auch die darstellerischen Leistungen, die zum Gelingen des Films beitragen. Mark Wahlbergs zwar braun gebrannter, jedoch ziemlich zerzauster texanischer Erfinder ist noch einnehmender und glaubwürdiger als im Vorgänger-Film. Sir Anthony Hopkins’ starker Auftritt sorgt zudem für ein gerüttelt Maß an britischer Noblesse. Stets an seiner Seite ist im Film ein Roboter-Butler, der zu den charmantesten Figuren der bunten Maschinenwelt gehört.

"Transformers 5" mit schwachem Start - aber trotzdem Spitze
Foto: Paramount Pictures.

ong>Der fünfte Teil der „Transformers“-Reihe ist Action-Kino in Extremform: Der Film ist laut und schnell, großartig und enervierend. Darin viele Szenen, die dazu angetan sind, Zuschauern Schweißperlen auf die Stirn zu treiben. Teils muss man an die Hochgeschwindigkeits-Action der „Fast & Furious“-Reihe denken; teils aber auch an den von vielen Seiten gelobten und mit mehreren Oscars bedachten „Mad Max: Fury Road“ aus dem Jahr 2015. Wer mit ähnlich gelagerten Spektakel-Filmen etwas anfangen kann, der ist hier goldrichtig, alle anderen sollten vorsichtig sein!

Um Platz zwei und drei kämpfen der Animationsfilm „Cars 3“ und die Comicverfilmung „Wonder Woman“. Beide kamen laut Branchenwebseite Box Office Mojo auf jeweils rund 25,2 Millionen Dollar. Der auch von Kritikern sehr gut besprochene Superheldinnenfilm steht insgesamt weltweit bei 653 Millionen Dollar – Rekord für einen Film, bei dem eine Frau Regie geführt hat.

Auf Platz vier liegt der Hai-Horror „47 Meters Down“ mit 7,4 Millionen Dollar, gefolgt von „All Eyez On Me“ über das Leben des Rappers Tupac Shakur mit 5,9 Millionen Dollar.

Für Aufsehen sorgten die limitierten Starts der Multikulti-Dramakomödie „The Big Sick“ und des neuen Films von Sofia Coppola, „Die Verführten“. Beide liefen nur in vier Kinos an und nahmen pro Kino mehr als 60 000 Dollar ein, neue Rekordschnitte für 2017. In den USA nutzen die Verleiher solche limitierten Starts als Test und legen danach fest, in wie vielen Kinos der Film in einer der kommenden Wochen landesweit anlaufen soll. (dpa/KT)