Samstag, 01. Juli 2017, 9:48 Uhr

"Curvy Supermodel": Die Bahn findet diese Werbung zu freizügig

Die Deutsche Bahn findet die Werbung von ‚Curvy Supermodel‘ zu freizügig – und will sie deshalb nicht zeigen. Ab dem 17. Juli kämpfen wieder zahlreiche Modelanwärterinnen um den Sieg in der beliebten RTL 2-Castingshow. Mit dem Konzept, kurvige Frauen in Szene zu setzen, liegt das Format voll im Trend.

"Curvy Supermodel": Die Bahn findet diese Werbung zu freizügig
Foto: RTL II

Die Fans können die neue Staffel kaum abwarten, doch nun hat ausgerechnet das Kampagnenbild einen Eklat ausgelöst. Die Deutsche Bahn findet nämlich, dass das Foto zu viel nackte Haut zeigt.

Ein Sprecher des Unternehmens erklärt laut ‚Bild‘-Zeitung: „Die täglich Millionen Besucher von Bahnhöfen sind naturgemäß sehr unterschiedlich geprägt – ihre Reaktionen auf Werbung haben schon vor Jahren zu unserer Linie geführt, mit der wir gut fahren: Sexualität soll nicht zu offensiv herausgestellt werden.“

Deshalb werde nach dem Motto „Im Zweifel also eher mit BH“ verfahren. Auf dem fraglichen Foto sind die Frauen nur mit einem Slip bekleidet und verdecken ihre Brüste lediglich mit ihren Händen.

Eigentlich ein Foto, das man heutzutage zur Genüge aus der Werbung kennt – oder? Der Sprecher beharrt jedoch, dass diese Entscheidung nichts mit dem Körpergewicht der Models zu tun habe: „Ganz im Gegenteil: Wir finden die Werbung ‚pfundig‘.“

"Curvy Supermodel": Die Bahn findet diese Werbung zu freizügig
Angelina Kirsch. Foto: RTL II

Show-Jurorin Angelina Kirsch äußert sich enttäuscht und spricht von Doppelmoral: „Ich finde es sehr schade, dass bei kurvigen Frauen ein Problem daraus gemacht wird, wenn mehr Haut gezeigt wird. Bei schlanken Frauen ist so etwas selbstverständlich. Meiner Meinung nach ist das ein Problem unserer Gesellschaft. Wir sollten darüber nachdenken, ob dies der richtige Weg ist, um Selbstbewusstsein zu bestärken.“ Selbst Carlos Zamorano, der Marketing- und Kommunikationschef bei RTL 2, bezeichnet es als einen „Skandal“ und kann es gar nicht fassen: „Wir schreiben das Jahr 2017.“ Mittlerweile gibt es sogar ein abgeändertes Werbemotiv, auf dem die Frauen BHs tragen, das bald in den Bahnhöfen zu sehen sein wird.