Samstag, 01. Juli 2017, 18:19 Uhr

The Wall: So funktioniert die neue Millionen-TV-Show

In der neuen hochemotionalen, unvorhersehbaren Quiz-Game-Show, moderiert von Frank Buschmann, können zwei Kandidatenpaare pro Folge bis zu über drei Millionen Euro gewinnen. Im Mittelpunkt der Show steht eine zwölf Meter hohe Wand, an der die Entscheidung fällt. Spannung pur verspricht RTL.

The Wall: So funktioniert die neue Millionen-TV-Show
v.l.: Farhad (30), Frank Buschmann, Farhads Ehefrau Stephanie (30) aus Duisburg. Foto: MG RTL D / Stefan Gregorowius

Gerade erst kommt er zurück von den Aufzeichnungen aus Paris, seine Stimme ist noch ein bisschen heiser. Und schon geht’s für Frank Buschmann („Buschi“) ab zum Interview-Marathon in der Kölner RTL-Sendezentrale. Es gibt einiges zu erzählen: Ab heute moderiert der 52-Jährige für den Privatsender die neue Quiz-Gameshow „The Wall“. Buschmann versichert: „Das ist absolut mein Format, mir macht’s Spaß.“

Der Start der Show ist allerdings etwas holprig. Eigentlich war er für Freitagabend vorgesehen. Da das ZDF jedoch kurzfristig das quotenstarke EM-Finale der U21-Nationalmannschaft am Freitag ins Programm nahm, wich RTL mit der Buschmann-Premiere auf den Samstag aus, an dem er ohnehin schon mit dem zweiten Teil seiner Quizreihe vorgesehen war.

In „The Wall“ hat pro Folge ein Kandidatenpaar die Chance, mehrere Millionen Euro zu bekommen. Beantwortet das Paar eine Quizfrage richtig, fällt ein grüner Ball eine große Wand herunter und landet in einer der Geldboxen am Boden. Der entsprechende Betrag wird zur Gewinnsumme dazu addiert. Antwortet das Pärchen falsch, macht sich ein roter Ball auf den Weg nach unten. Die Summe der Box, in welcher der Ball landet, wird vom Gewinn abgezogen.

„Wo der Ball landet, ist absolut dem Zufall überlassen, das ist auch für mich als Moderator hochspannend“, sagt Buschmann.

The Wall: So funktioniert die neue Millionen-TV-Show
Frank Buschmann (r.) mit der Kandidatin Franca (34). Ihr Lebensgefährte Timo (36) aus Neustadt befindet sich in ‚Isolation‘ und muss die Quizfragen lösen. Foto: MG RTL D / Stefan Gregorowius

Das Format stammt aus den USA, für den amerikanischen Sender NBC wurde „The Wall“ nach kurzer Zeit zum Überraschungserfolg. Von regelmäßig mehr als sechs Millionen Zuschauern berichtete das Online-Portal „TV Wunschliste“. Im Juni starte jenseits des Atlantiks bereits die zweite Staffel. Buschmann will trotzdem einiges anders machen: „“Ich interpretiere meine Rolle etwas empathischer und emotionaler als der amerikanische Kollege. Die Produzenten waren teilweise überrascht, dass es von mir auch sehr ruhige Momente gibt. Ich leide total mit den Kandidaten.“

The Wall: So funktioniert die neue Millionen-TV-Show
v.l.: Das Kandidaten-Ehepaar Vadim (37) und Christiane (34) aus Nickenich. Foto: MG RTL D / Stefan Gregorowius

Für Buschmann ist es die erste große Samstagabend-Show, durch die er alleine als Moderator führen darf. „Ich bin aber nicht der Typ, der sich jetzt in die Hose macht und Angst hat, nur weil ich eben alleine da stehe“, sagt der 52-Jährige. Für ihn sei ausschließlich die Frage entscheidend gewesen, ob das Format zu ihm passe. Der aus Bottrop im Ruhrgebiet stammende Buschmann moderierte bisher für andere Sender Sportsendungen. Für ProSieben kommentierte er seit 2009 das Erfolgsformat „Schlag den Raab“ mit Entertainer Stefan Raab als Gastgeber. Auch für RTL stand er im Sommer 2016 schon vor der Kamera: als Co-Moderator führte er durch die Action-Show „Ninja Warrior“.

The Wall: So funktioniert die neue Millionen-TV-Show
Frank Buschmann freut sich mit Kandidatin Julia (32) aus Köln. Foto: MG RTL D / Stefan Gregorowius

RTL scheint an Buschmann und das Format „The Wall“ zu glauben: Gleich sieben Folgen hat der Privatsender bei der Produktionsfirma „Endemol Shine“ in Auftrag gegeben. Gedreht wurde in Paris, in den Originalstudios des amerikanischen Vorbilds. (dpa)

UPDATE: Im Schnitt sahen 2,51 Millionen Zuschauer (MA: 9,5 %) die erste Show, bei der die beiden Kandidatenpaare zusammen knapp eine Million Euro erspielten. Die ARD-Quizshow „Wer weiß denn sowas XXXL“ sagen 5,30 Millionen. ProSieben hatte offenbar angesichts der Quizshiow-Konkurrenz sein Primetime-Programm am Samstagabend kurzfristig gekippt. Statt der „Gameshow Konferenz“ läuft nun „Fluch der Karibik“. Die Show soll dann zu einem späteren Zeitpunkt laufen. Genauere Angaben zu den Beweggründen machte der Münchner Privatsender zunächst nicht.