Mittwoch, 05. Juli 2017, 11:39 Uhr

Frau Merkel und Herr Jinping gehen in den Zoo. Gerard Butler war schon da

Berlins neuen Bären ist die politische Dimension des Besuchs vielleicht weniger wichtig als eine Portion Bambus. Aber wenn sich ranghohe Politiker am nagelneuen Pandagehege zu einem Festakt treffen, hat das einen Grund.

Abschluss eines tierischen Deals: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will heute zusammen mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping die beiden neuen Riesenpandas im Berliner Zoo begrüßen. Ende Juni waren die schwarz-weißen Bären Meng Meng (Träumchen) und Jiao Qing (Schätzchen) nach einem aufwendigen Transport aus China in ihrem zehn Millionen Euro teuren Berliner Gehege eingetroffen. Von Donnerstag an sollen sie dort das erste Mal für Besucher zu sehen sein. Der britische Hollywood-Export Gerard Butler war übrigens gestern schon da (siehe Video unten).

Der Berliner Zoo ist der einzige Tierpark in Deutschland, der die seltenen Bären hält. 2012 war mit Bao Bao der letzte verbliebene Panda aus China hochbetagt in der Hauptstadt gestorben. Ihn hatte Bundeskanzler Helmut Schmidt 1980 von der chinesischen Regierung geschenkt bekommen. Als Publikumsliebling wurde Bao Bao vom Zoo wie eine bekannte Persönlichkeit verabschiedet.

Kanzlerin Merkel sprach vor rund zwei Jahren bei einem China-Besuch das Bären-Thema an, auch das Land Berlin verhandelte hinter den Kulissen mit. Heute werden Pandas aber nicht mehr verschenkt, sondern für rund eine Million Dollar pro Jahr auf Zeit ausgeliehen. Ins Ausland entsandt werden dabei nur Tiere aus Zuchtstationen, die nicht eng miteinander verwandt sind – auch in der Hoffnung auf Nachwuchs.

Die Zucht von Pandas gilt als sehr schwierig. Dem Berliner Zoo ist sie bisher noch nie geglückt. Falls Träumchen und Schätzchen Nachwuchs zeugen, darf Berlin die Jungtiere auch nicht behalten. Sobald sie ihre Mutter nicht mehr brauchen, müssen sie zurück nach China. Auch das ist alles streng vertraglich geregelt. (dpa)